
Das seit 2023 laufende ressortübergreifende Projekt, die Gesundheitscloud Medi:cus, hat einen entscheidenen Meilenstein erreicht und bereitet den Übergang von der Entwicklungs- in die Regelorganisation vor. Der Ministerrat Baden-Württemberg hat dazu am 3. März den dauerhaften Weiterbetrieb von Medi:cus beschlossen. Für Kliniken im Land bedeutet das: Eine bereits etablierte Cloud-Realität wird nun in eine skalierbare, verbindliche Infrastruktur überführt.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann betonte nach der Sitzung, dass die Plattform ein „bundesweiter Leuchtturm im Bereich Gesundheitsdaten und ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitsstandorts“ sei. Durch die bessere Nutzung der Daten profitiere die Entwicklung neuer Produkte, Therapien und Medikamente.
Pilotphase läuft
Nach einer umfassenden Konzeptionsphase 2024 und erfolgreichen ersten technischen Tests im Herbst 2025 ist Medi:cus bereits in der Pilotierung. In den kommenden Monaten soll die Plattform in 17 Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Trägerschaft in Baden-Württemberg eingeführt werden. Dort werden erste Fachanwendungen getestet und die Infrastruktur unter realen Bedingungen validiert.
Für Digitalisierungsminister Thomas Strobl ist die Besonderheit der Plattform ganz klar die konsequent cloudbasierte und gleichzeitig anbieterunabhängige Infrastruktur. Zudem erfülle sie höchste Sicherheitsstandards.
Neue Struktur: Verein plus eigenständige GmbH
Mit dem Kabinettsbeschluss steht auch die Organisationsstruktur für den Regelbetrieb fest: Ein neu zu gründender Verein, in dem das Sozial- und Gesundheitsministerium das Land als Ehrenmitglied vertritt, übernimmt künftig die strategische Steuerung. Die operative Weiterentwicklung und der technische Betrieb werden an eine GmbH übertragen, die vom Verein gegründet wird und von diesem auch den strategischen Rahmen erhält.
Damit bleibt der erfolgreiche Multi-Stakeholder-Ansatz erhalten: Ministerien, Krankenhäuser, Forschungseinrichtungen und weitere Leistungserbringer sollen gemeinsam die inhaltliche Weiterentwicklung vorantreiben.
Hintergrund
Medi:cus („Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher“) wird im Rahmen der dritten Förderrunde des Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg von 2023 bis 2026 mit 25,6 Millionen Euro unterstützt. Das Projekt steht unter organisatorischer Federführung des Innen- und Digitalisierungsministeriums. Ziel ist der Aufbau einer resilienten landesweiten Datenplattform, die digitale Fachanwendungen vereinfacht und langfristig eine effizientere Datennutzung für Versorgung und Forschung ermöglicht.









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