
Mit der Smart Health Asia hat die Messe Berlin erstmals eine Healthcare-Veranstaltung in Singapur ausgerichtet. Der Veranstalter verfolgt das Ziel, ein Format nach dem Vorbild der DMEA in Asien zu etablieren und zugleich eine Lücke im bestehenden Veranstaltungsangebot zu schließen. Zudem ist die neue Messe eng verzahnt mit der Smart Health Europe (SHE), die im Herbst 2027 erstmals in Berlin stattfinden soll.
Die SHE soll der DMEA Konkurrenz machen, die über viele Jahre bis April 2026 vom Branchenverband Bvitg und der Messe Berlin gemeinsam in Berlin veranstaltet worden sind. Die ehemaligen Partner haben sich inzwischen heillos überworfen - und die DMEA wird wie berichtet 2027 erstmals in München stattfinden.
Für die Eroberung des asiatischen Marktes ist der Standort bewusst gewählt. Singapur gilt als einer der innovationsstärksten Gesundheitsmärkte der Welt und investiert seit Jahren in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Gleichzeitig dient der Stadtstaat zahlreichen internationalen Unternehmen als regionaler Standort für ihre Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum.
Konkurrenz vor Ort
Die Premiere der Smart Health Asia fand am 1. und 2. Juli im Marina Bay Sands Expo & Convention Centre statt. Das Programm umfasste mehr als 80 Panels auf drei Bühnen und wurde durch eine Fachausstellung ergänzt, auf der Unternehmen ihre Produkte und Lösungen präsentierten. Insgesamt 3200 Fachbesucher besuchten die Messe. Für Mario Tobias, CEO der Messe Berlin, war die Premiere der Smart Health Asia sehr erfolgreich, „sie hat unsere Erwartungen übertroffen“, teilte er in einer Pressemitteilung mit.
Diese Premiere der Smart Health Asia hat unsere Erwartungen übertroffen.
Mit dem neuen Format betritt die Messe Berlin allerdings keinen unerschlossenen Markt. In Singapur hat sich mit der HIMSS APAC Health Conference & Exhibition bereits eine etablierte Veranstaltung zur digitalen Gesundheitsversorgung etabliert. Hinzu kommen jüngere Formate wie die HealthTechX Asia. Nach Angaben der Veranstalter soll die Smart Health Asia dennoch eine Lücke im bestehenden Veranstaltungsangebot schließen und vor allem den Austausch zwischen den Gesundheitsmärkten Europas und Asiens stärken.
KI, Prävention und Versorgung zu Hause
Zu den für die Premiere gewonnenen Ausstellern gehörten unter anderem Oracle Health, InterSystems, GE HealthCare, T Systems Asia, Roche Diagnostics Asia Pacific sowie SingHealth. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Kliniken, Forschungseinrichtungen, Verbände und Start-ups aus verschiedenen Ländern der Region.
Künstliche Intelligenz war auf nahezu allen Bühnen präsent. Darüber hinaus zeigte sich ein deutlicher Schwerpunkt auf Prävention und sogenannten „Hospital at Home“-Konzepten. Zahlreiche Unternehmen präsentierten Lösungen für Telemonitoring, Telemedizin, Sensorik und Ambient Assisted Living. Gemeinsames Ziel dieser Ansätze ist es, Patienten früher zu erreichen, chronische Erkrankungen engmaschiger zu begleiten und medizinische Versorgung teilweise aus dem Krankenhaus in das häusliche Umfeld zu verlagern. Digitale Anwendungen zur Gesundheitsedukation sollen diesen Wandel unterstützen.
Erfolg entscheidet sich langfristig
Für deutsche Unternehmen eröffnet die Smart Health Asia keinen neuen Markt. Viele internationale Anbieter verfügen bereits über Niederlassungen in Singapur und betreuen von dort aus den asiatisch-pazifischen Raum. Die Veranstaltung bietet jedoch eine zusätzliche Plattform für den Austausch zwischen Krankenhäusern, Industrie, Forschung und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens.
Bereits während der offiziellen Eröffnung wurde der nächste Ausbauschritt angekündigt: Ab 2027 soll die Smart Health Asia um die Smart Pharma Asia ergänzt werden. Dass mit Roche Diagnostics Asia Pacific bereits ein Unternehmen mit engem Bezug zur Pharmaindustrie vertreten war, zeigt die zunehmende Verzahnung von Pharma, Medizintechnik und Digital Health. Darüber hinaus verwies die Messe Berlin auf die Premiere der Smart Health Europe in 2027 in Berlin. Damit baut der Veranstalter sein internationales Healthcare-Portfolio weiter aus.
Ob sich die Smart Health Asia langfristig etablieren kann, wird sich allerdings erst zeigen. Entscheidend dürfte dabei weniger die Zahl der Besucher sein als die Frage, ob es gelingt, Vorstände, Geschäftsführer, CIOs und andere Budgetverantwortliche als regelmäßige Teilnehmer zu gewinnen. Für Aussteller sind dies nämlich die entscheidenden Ansprechpartner, wenn Investitionen vorbereitet oder beschlossen werden.











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