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DINK-InnovationspreisDrei statt zehn Minuten – digitale Notfall-Triage in Freiburg

Das Uniklinikum Freiburg hat gute Erfahrungen mit seiner digitalen Triage von Notfallpatienten. Statt in zehn werden sie dadurch in drei Minuten in die passende Versorgung eingeteilt. Jetzt wurde das Konzept ausgezeichnet.

Integriertes Notfallzentrum des Universitätsklinikums Freiburg
Universitätsklinikum Freiburg
Im Integrierten Notfallzentrum unterstützt die Software „TriageClient“ bei der Notfall-Einschätzung.

Wer im Universitätsklinikum Freiburg in die Notaufnahme kommt, hat die gesamte Ersteinschätzung in der Regel nach rund drei Minuten hinter sich. Das war nicht immer so. „Im früheren Verfahren nahm dieser Prozess etwa zehn Minuten in Anspruch“, sagt Prof. Hans-Jörg Busch, der Ärztliche Leiter des Zentrums für Notfall- und Rettungsmedizin.

Für die Beschleunigung hat die Software „TriageClient“ gesorgt, die das Uniklinikum selbst entwickelt und im Oktober 2023 eingeführt hat. Seitdem seien im Integrierten Notfallzentrum (INZ) bereits mehr als 100.000 Patienten mit diesem Verfahren eingeschätzt worden, so der Versorger – der für das Konzept jetzt mit dem Innovationspreis 2026 des Deutschen Interdisziplinären Notfallmedizin Kongresses (DINK) ausgezeichnet wurde.

Entlastung für das Personal

In Freiburg wertet das digitale Triage-System Symptome und Vitalparameter wie die Herzfrequenz oder den Blutdruck aus und hilft den Pflegefachkräften, Patienten früh in die passende Versorgung zu lenken. Das sorge auch für eine spürbare Entlastung des Personals, so das Uniklinikum weiter.

„Die Auszeichnung ist für uns eine große Anerkennung“, erklärt Hans-Jörg Busch: „Sie macht sichtbar, wie wichtig neue Konzepte sind, um Patienten in der Notfallversorgung schneller Orientierung zu geben und an den richtigen Ort zu bringen.“ Bis zum ersten Kontakt mit einer spezialisierten Pflegekraft vergehen im Freiburger INZ demnach im Durchschnitt 1,3 Minuten. Die gesamte Ersteinschätzung dauere die besagten rund drei Minuten.

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Etwa 38 Prozent der Patienten würden anschließend in die Notdienstpraxis geleitet, heißt es weiter. Nur rund 15 Prozent von ihnen müssten später doch noch in der Notaufnahme behandelt werden, während die übrigen Patienten direkt dort betreut würden.

„Durch diese gezielte Steuerung wird die Notaufnahme von Patienten mit leichteren Beschwerden entlastet, und wir können schwer erkrankte Menschen schneller versorgen“, betont Dr. Felix Hans, Oberarzt und Sektionsleiter Digitale Notfallmedizin: „Gleichzeitig erhalten die Patienten früh Klarheit über ihren Behandlungsweg.“

DINK-Innovationspreis

Der Innovationspreis in der Notfallmedizin zeichnet Projekte aus, die die Notfallmedizin durch neue Technologien, Prozesse oder Organisationskonzepte zukunftsweisend weiterentwickeln. Er wird im Rahmen des Deutschen Interdisziplinären Notfallmedizin Kongresses (DINK) vergeben, den die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) veranstalten.

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