
Am Universitätsklinikum Tübingen gibt es nun eine zentrale Anlaufstelle für digitale Gesundheitsforschung: Das Center for Digital Health (CDH). Das neue Zentrum bündelt Expertise aus Medizin- und Bioinformatik, Data Science und Maschinellem Lernen und bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Standort gezielte Beratung und Unterstützung.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein entscheidender Hebel, um Innovationen schneller aus der Forschung in die Versorgung zu bringen“, betonte Prof. Jens Maschmann, leitender ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Tübingen, in seiner Eröffnungsrede. Auch Prof. Konstantin Nikolaou, Prodekan für Digitalisierung, hob die Rolle des CDH als Brücke zwischen Disziplinen hervor: Große Gesundheitsdaten sollen künftig sicher, verantwortungsvoll und effizient genutzt werden, um digitale Methoden systematisch in Forschung, Lehre und klinische Anwendung zu überführen.
Plattform für datengetriebene Forschung
Das CDH unterstützt interdisziplinäre, datengetriebene Projekte, berät bei methodischen und regulatorischen Fragen und schafft die Infrastruktur für die Analyse großer, heterogener Gesundheitsdaten. Ein besonderer Fokus liegt auf der kliniknahen Evaluation und der Übersetzung digitaler Ansätze in die Versorgung.
Bei der Eröffnung wurden mehrere Vorzeigeprojekte präsentiert. Dazu zählt der „Clinical Data Lake“, eine zentrale, pseudonymisierte Datenplattform, die klinische Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenführt. Sie ermöglicht grafische Analysen und das frühzeitige Erkennen von Entwicklungen im Klinikalltag. Ebenfalls vorgestellt wurde „eyewire II“, ein international beachtetes Projekt zur KI-gestützten Rekonstruktion von Netzhautgewebe auf Basis elektronenmikroskopischer Bilder – laut Nature eine „Method of the Year“.
Darüber hinaus setzt das CDH auf innovative Lehrformate wie KI-gestützte Patientensimulationen, Virtual-Reality-Umgebungen und den Einsatz sozialer Robotik in der medizinischen Aus- und Weiterbildung.
Ziel des CDHs ist es, Forschung, Lehre und Krankenversorgung enger zu verzahnen und digitale Technologien verantwortungsvoll und effizient zum Nutzen der Patientinnen und Patienten einzusetzen.








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