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DRK KrankenhausInteressent für Kirchen – und eine 16-Millionen-Zugabe

Im Fall des insolventen DRK Krankenhauses Kirchen zeichnet sich eine Übernahme durch die Diakonie in Südwestfalen ab. Derweil sichert der Landkreis Altenkirchen einem neuen Träger eine fast 16 Millionen Euro schwere Unterstützung zu.

Weg
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Symbolfoto

Die Entscheidung fiel einstimmig: Der Landkreis Altenkirchen wird einen potenziellen neuen Träger für das insolvente DRK Krankenhaus Kirchen in Rheinland-Pfalz mit vielen Millionen Euro unterstützen. Konkret gehe es um eine Verlustübernahme für die Monate März bis Mai, eine Anschubfinanzierung ab 1. Juni und einen laufenden Zuschuss bis zum 31. Dezember 2026, teilt der Kreis auf Anfrage von kma mit.

Allein für 2025 sei die Verwaltung ermächtigt worden, bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, weitere 5,76 Millionen Euro seien für 2026 eingeplant, heißt es. Auch der potenzielle neue Besitzer des Hauses ist mittlerweile mehr als ein offenes Geheimnis: die Diakonie in Südwestfalen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Siegen.

Diakonie bestätigt ihr Interesse

Dort wird das Übernahmeinteresse gegenüber kma bestätigt. Weitere Informationen allerdings gibt es mit Verweis auf laufende Gespräche mit dem Insolvenzverwalter zunächst nicht. Die Diakonie in Südwestfalen betreibt derzeit ein Klinikum an zwei Standorten – das Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen und das Diakonie Klinikum Bethesda in Freudenberg, die zusammen jährlich rund 70 000 Patienten versorgen.

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Das Krankenhaus Kirchen ist eines von insgesamt zehn DRK Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz, die derzeit ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Der DRK-Landesverband hatte Anfang Februar erklärt, sich vollständig aus dem Krankenhausbereich zurückzuziehen.

Altenkirchens Landrat Dr. Peter Enders sei legitimiert worden, mit dem Insolvenzverwalter und der Diakonie über die Zukunft des Standortes Kirchen zu verhandeln, heißt es aus der Kreisverwaltung weiter. Der Kreis ist in der Pflicht, weil das Land den Standort als versorgungsrelevant einstuft. Für Enders wäre ein Engagement der Diakonie ganz „im Sinne der Mitarbeiter und der Patienten“, sagt er. Dem Kreis fehlten für den Betrieb eines Krankenhauses sämtliche Strukturen. Zudem gebe es auch positive Signale der Diakonie, die Krankenpflegeschule in Kirchen ebenfalls zu übernehmen.

Unterstützung für die Anfangsphase

„Ich bin sehr dankbar, dass sich mit der Diakonie überhaupt ein Interessent gefunden hat“, betont Enders: „Wenn wir das selbst übernehmen müssten, würde uns das mindestens das Gleiche kosten, vermutlich aber ein Vielfaches mehr.“

Die Verantwortlichen hoffen, dass sich das Krankenhaus ab Ende 2026 wieder selbst trägt, so Kreis-Justiziar Norbert Schmauck. Jetzt gehe es darum, einen neuen Träger in einer schwierigen Anfangsphase zu unterstützen. Die neu zu gründende Gesellschaft würde zunächst keinerlei Kapital besitzen, um die laufenden Ausgaben zu stemmen, so Schmauck. Zur Finanzierung plane der Kreis, Liquiditätskredite einzusetzen.

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