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Traumaversorgung„Klinik der Superlative“ – BG Kliniken und UKE bauen in Hamburg

In Hamburg wird die Versorgung Schwerverletzter neu gebündelt: Die Akutversorgung des BG Klinikums zieht in einen Neubau auf das UKE-Gelände, die stationäre Reha verbleibt in Bergedorf und wird ebenfalls neu gebaut. Kosten: rund 1,2 Milliarden Euro. 

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Hauptgebäude des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Das BG Klinikum am Standort Hamburg-Bergedorf ist auf die Akutversorgung und Rehabilitation von Schwerverletzten und Berufserkrankten spezialisiert. Nun werden die BG Kliniken auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie am eigenen Standort neue Kliniken zur Akut- und Reha-Versorgung von Schwerverletzten bauen. Der Neubau am UKE wird künftig an einen ebenfalls geplanten Erweiterungsbau des Uniklinikums angrenzen.

Entsprechende Letters of Intent wurden am 9. Juni 2026 von der Hamburger Landesregierung und den Klinikleitungen unterzeichnet. „Der Teilneubau des BG Klinikums auf dem UKE-Campus stärkt das UKE als Zentrum exzellenter Medizin in Forschung, Lehre und Krankenversorgung und das BG Klinikum als hochspezialisierte Klinik für die Versorgung von Schwer- und Schwerstverletzten“, erklärte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Bergedorf bleibe zugleich ein wichtiger Standort der BG Kliniken mit neuen Investitionen im Bereich der Rehabilitation. 

Traumaversorgung auf neuem Level

Einen Zeitrahmen für die Umsetzung der Bau- und Umzugspläne und detaillierte Kostenpläne gibt es bisher nicht. Fest steht aber, dass beide Neubauten jeweils rund 350 Betten umfassen sollen und zusammen über 1,2 Milliarden Euro kosten werden. Finanziert werden die Vorhaben durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Die neue Klinik am UKE soll führende Kompetenzen in der Traumaversorgung an einem Standort zusammenbringen und optimale Bedingungen für Spitzenmedizin, Forschung, Lehre und Weiterbildung schaffen. Künftig soll dort die Akut- und Notfallversorgung, die Unfallchirurgie und Orthopädie, die rekonstruktive und plastische Chirurgie mit Handchirurgie und ein Schwerstbrandverletztenzentrum untergebracht sein. 

Mit der räumlichen Verbindung von interdisziplinärer Universitätsmedizin und hochspezialisierter Unfallchirurgie auf dem UKE-Campus soll die Traumaversorgung in Hamburg auf ein neues Level gehoben werden, sagte der UKE-Vorstandsvorsitzende Prof. Christian Gerloff. Damit werde der dringenden Modernisierung der Infrastruktur am UKE und auch dem Grundgedanken der Krankenhausreform durch Zentralisierung und Trägerkooperationen Rechnung getragen.

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Durch die Kooperation mit dem UKE wollen die BG Kliniken ihre Spitzenposition im Bereich der Unfallchirurgie weiter ausbauen, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung der BG Kliniken, Reinhard Nieper. Dies gelinge nur durch eine Verzahnung mit Unikliniken wie dem UKE, „weil wir dort Rahmenbedingungen finden, die wir alleine nicht generieren könnten.“ Mit der engen Verknüpfung von Versorgungsmedizin und Forschung erreichten die BG Kliniken und das UKE gemeinsam eine neue Dimension in der Qualität der Notfall- und Traumaversorgung. 

Auf dem UKE-Campus entstehe durch die Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin eine Klinik der Superlative. Auch die Facharztweiterbildung, die Ausbildung des pflegerischen und therapeutischen Personals, die klinische Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Medizinprodukten soll gefördert werden.

Vorhaben zahlt auf Krankenhausplanung ein

Am Standort Bergedorf verbleibt die stationäre Rehabilitation und soll den Planungen zufolge mit Notfall- und ambulanten Versorgungsangeboten kombiniert werden. Die neue Klinik erhält ein Querschnittgelähmten-Zentrum und wird mehr Versorgungsangebote im Bereich der fachübergreifenden Frührehabilitation und integrierten Rehabilitation anbieten. 

Sämtliche spezialisierte Rehaverfahren für die gesetzlich Unfallversicherten, aber auch Leistungen im Bereich der Berufskrankheiten, der Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen und im Bereich der Berufsdermatologie sollen weiterentwickelt werden. Im ambulanten Bereich sind ein MVZ mit Notfallambulanz, ein OP-Zentrum, ein kindertraumatologisches Versorgungsangebot und ein Sportmedizinisches Zentrum vorgesehen.

Das Vorhaben zahle auch auf die neue Krankenhausplanung für Hamburg ein, betonte Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD). So werde zeitgleich die Zentrale Notaufnahme des Agaplesion Bethesda Krankenhauses in Bergedorf und das Notfallangebot des BG Klinikums ausgebaut. Zudem werde sich das UKE künftig in der hausärztlichen und in der kinderärztlichen Versorgung in dem Stadtteil engagieren. Unter anderem soll das UKE künftig ein MVZ in Bergedorf betreiben. Die neue Krankenhausplanung für die Hansestadt soll Anfang 2027 vorliegen. Das vorbereitende Gutachten hat die Sozialbehörde vor wenigen Tagen veröffentlicht.

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