
Für die zwei Krankenhäuser im sächsischen Görlitz wird sich in den nächsten Monaten Grundsätzliches ändern. Während sich das privat getragene St. Carolus Krankenhaus zu einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung (SÜV) entwickeln soll, wird das Städtische Klinikum die Notfallversorgung für die Stadt und Region sowie die stationäre Versorgung übernehmen. Dazu sei zwischen den beiden Einrichtungen eine enge Kooperation vereinbart worden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.
Hintergrund sei demnach die bereits seit Jahren bestehende wirtschaftliche Schieflage des St. Carolus Krankenhauses, die sich im Zuge der Krankenhausreform weiter verstärken werde. Ziel der Kooperation sei es, die Leistungsangebote beider Standorte sinnvoll aufeinander abzustimmen. So werde sich das St. Carolus Krankenhaus künftig auf leichte stationäre Leistungen im Bereich der Allgemeinen Inneren Medizin, auf operative ambulante und hybride Leistungen der Allgemeinchirurgie und Urologie, die stationäre Palliativmedizin sowie die teilstationären Leistungen im Bereich der Schlafmedizin konzentrieren.
Wir werden versuchen, möglichst vielen eine berufliche Perspektive anzubieten.
Der Weg zum SÜV erfolge Stück für Stück, heißt es weiter. Im ersten Schritt zum 1. Oktober wird die Notaufnahme schließen, die Intensivmedizin verkleinert und die Innere Medizin auf 30 stationäre Betten reduziert. Über weitere Schritte werde fortlaufend informiert, so die Verantwortlichen. Den Angaben zufolge werden voraussichtlich rund 120 Beschäftigte des St. Carolus von den geplanten Maßnahmen betroffen sein.
Mit der Schließung der Notaufnahme zum 1. Oktober wird die Notfallversorgung für die Stadt Görlitz zentral am Städtischen Klinikum gebündelt. Wenn zum Jahresende auch die Intensivmedizin im St. Carolus schließt, werden alle überwachungspflichtigen Patienten im Klinikum versorgt.
„Durch die Vereinbarung wurde der Erhalt beider Krankenhausstandorte in Görlitz erreicht“, erklärt der Geschäftsführer des St. Carolus Krankenhauses, Lutz Möller. Die Kooperation eröffnet dem Haus die Möglichkeit, sich auf die Bereiche zu konzentrieren, „in denen wir auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten können“. Auch für die von den Veränderungen betroffenen Beschäftigten zeichnet sich eine Lösung ab: „Wir werden versuchen, möglichst vielen eine berufliche Perspektive im Klinikum Görlitz anzubieten“, sagt dessen Geschäftsführerin Ines Hofmann. Voraussetzung sei, „dass sie sich für eine Tätigkeit bei uns interessieren und eine passende Einsatzmöglichkeit besteht“.
Das St. Carolus Krankenhaus, ein Grund- und Regelversorger mit 105 Betten und rund 260 Beschäftigten, gehört seit November 2021 zur Gesellschaft für Gesundheit und Versorgung Sachsen (GGS), die damals neben dem Haus in Görlitz auch die Trägerschaft des Krankenhauses Kamenz von den Maltesern übernommen hatte. Hinter der GGS steht damaligen Angaben zufolge eine Gruppe privater Unternehmer mit langer Erfahrung in der Gesundheitswirtschaft. Ziel sei es, integrierte Versorgungsmodelle aufzubauen.
Zum Städtischen Klinikum, das mehr als 1450 Beschäftigte hat, gehören 17 Fachkliniken, 13 medizinische Zentren und fünf Tochtergesellschaften. Träger ist die Stadt. Der Schwerpunktversorger behandelt nach eigenen Angaben jährlich rund 22.500 Patienten stationär und fast 60.000 ambulant.







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