
Von Mexiko ins Saarland – ein Weg, den seit 2019 einige Pflegekräfte des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) im Rahmen eines Rekrutierungs- und Integrationsprogramms eingeschlagen haben. Dafür wurde das UKS gemeinsam mit dem Klinikum Saarbrücken nun vom Wirtschaftsministerium des Bundeslandes mit dem „Welcome Star 2025“ ausgezeichnet. Die Ehrung wurde von Wirtschaftsminister Jürgen Barke verliehen.
Mit ihren umfassenden Maßnahmen zur Integration ausländischer Fachkräfte überzeugten die beiden Kliniken die Fachjury – ein Ansatz, der angesichts des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen besonders gefragt ist. „Daher haben wir am UKS bereits 2019 gemeinsam mit dem Klinikum Saarbrücken unser sogenanntes Mexiko-Projekt gestartet“, erklärt UKS-Personalchef Christian Müller. Dort gebe es hervorragend ausgebildete Pflegekräfte, die jedoch nicht alle im eigenen Land Arbeit finden.
Gekommen, um zu bleiben
Das Projekt umfasst vorbereitende Sprachkurse, strukturierte Onboarding-Prozesse sowie vielfältige Unterstützungsmaßnahmen für das Ankommen im neuen beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld. „Es war klar, dass unsere Arbeit nicht aufhört, wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist – gerade dann fängt sie erst richtig an“, betont Müller. Denn das UKS hat sich die Nachhaltigkeit dieses Projektes groß auf die Fahnen geschrieben: Die mexikanischen Pflegefachkräfte sollten ins Saarland kommen und hier eine neue Heimat finden.
Es war klar, dass unsere Arbeit nicht aufhört, wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist.
Ein Beispiel für den Erfolg des „Mexiko-Projekts“ ist die Pflegekraft Claudia Tlatempa Gonzalez, die im Oktober 2023 nach Homburg gekommen ist und seither in der UKS-Kinderklinik arbeitet. „Mit ihrem abgeschlossenen mexikanischen Pflegestudium war sie bereits hervorragend ausgebildet“, erklärt UKS-Pflegedirektor Serhat Sari.
Wir veranstalten gemeinsame Events, vermitteln den Kontakt in Vereine und tun alles dafür, dass unsere neuen Kollegen gesellschaftlichen Anschluss finden und sich hier nicht alleine oder alleingelassen fühlen.
Aktuell befindet sich Gonzalez in der Anerkennung. Die Prognosen sind gut: Voraussichtlich wird sie ihre Anerkennung im Sommer erhalten. Deshalb konnte bereits Anfang des Jahres der Familiennachzug erfolgen. Ihr Sohn besucht nun ein Homburger Gymnasium und ihr Ehemann fasst ebenfalls Fuß auf dem deutschen Arbeitsmarkt – eine Erfolgsgeschichte, die gleichermaßen auf persönlichem Engagement und den strukturierten Integrationsmaßnahmen beruht.
Claudia Knobloch begleitet die Initiative als Teamleiterin des UKS-Recruitings seit dem ersten Tag gemeinsam mit ihrem Team. „Wir haben bei dem Projekt von Beginn an eine sehr gute Basis“, erklärt sie. Die Arbeitsagenturen in Deutschland und Mexiko sowie einige weitere Partner und Unterstützer kooperieren hierbei. „Das schafft Vertrauen und ermöglicht verlässliche Prozesse für alle.“ Das Angebot der beiden saarländischen Kliniken ist gerade in Mexiko sehr bekannt.
Integration ist eine Gemeinschaftsleistung

Doch Integration bedeutet weit mehr, als nur geeignete Pflegekräfte zu rekrutieren. So sei gerade die Sprache ein wichtiger Baustein, ebenso die kulturelle Orientierung und die Unterstützung bei allen Einreiseformalitäten. Auch der soziale Aspekt ist nicht zu vernachlässigen: „Wir veranstalten gemeinsame Events, vermitteln den Kontakt in Vereine und tun alles dafür, dass unsere neuen Kollegen gesellschaftlichen Anschluss finden und sich hier nicht alleine oder alleingelassen fühlen“, erklärt Knobloch.
Im Rahmen der Auszeichnung erhält das UKS ein Preisgeld in Höhe von 7500 Euro. Dieses soll laut Klinikleitung in den weiteren Ausbau der Integrationsmaßnahmen investiert werden: in die Digitalisierung des Onboardings, interkulturelle Trainings und Willkommensformate für neue Mitarbeiter.
Mit dem „Welcome Star“ wird dem UKS ein Qualitätssiegel für seine Integrationsstrategie verliehen, die maßgeblich von verschiedenen Teams innerhalb des Klinikums getragen wird. Neben dem Pflegedirektor, dem Personalleiter und dem Integrationsmanagement spielen Stationsleitungen mit ihren Teams eine große Rolle. Klar ist: Der „Welcome Star“ ist eine Gemeinschaftsleistung.
Zum Wettbewerb
Der Wettbewerb „Welcome Star“ würdigt Unternehmen, die sich durch eine herausragende Willkommens- und Integrationskultur auszeichnen. Bewertet wurden die Bereiche Anwerbung, Ankommen sowie langfristiges Bleiben ausländischer Fachkräfte. Eine Fachjury, bestehend aus Vertretungen der Wirtschaftskammern, der Arbeitskammer, der Bundesagentur für Arbeit, dem Landesrat für Integration und Teilhabe sowie dem Wirtschaftsministerium, entschied über die Preisträger.








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