
Im Oktober 2025 hatte der Gemeinderat in Stuttgart bereits die Finanzierung des ersten Bauabschnitts Haus A beim Neubau des Katharinenhospitals zugestimmt. Wie berichtet, soll dieses Haus mit einer Interdisziplinären Notaufnahme (INA) und einem Zentral-OP bis 2029 errichtet werden.
Das Klinikum Stuttgart hat nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren für die Planung und sämtliche Bauleistungen die Arbeitsgemeinschaft Gustav Epple Bauunternehmung und Salvia Gebäudetechnik beauftragt. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 200 Millionen Euro. Baustart ist ab Mitte 2026 vorgesehen.
Beide Unternehmen hatten schon vorherige Bauprojekte für das Klinikum realisiert: So habe Gustav Epple das Haus G mit dem SCC Stuttgart Cancer Center – Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl errichtet, das seit 2024 in Betrieb ist. Salvia war bei diesem Projekt für die technische Gebäudeausrüstung zuständig. Beim 2022 abgeschlossenen Neubau des Hauses F verantwortete Salvia die Elektrotechnik. „Durch die vorangegangenen Bauprojekte sind wir mit dem Bauherrn und dem Gesamtkomplex Klinikum Stuttgart gut vertraut“, erklärt Filippo Salvia, Geschäftsführer von Salvia.
Die größte Herausforderung des Projektes sei die Baulogistik, sagt Heico Zirkel, Geschäftsführer von Gustav Epple. „Wir bauen in der Innenstadt, im beengten Bestand eines großen Klinikgeländes. Der Krankenhausbetrieb muss ungestört weiterlaufen. Dies erfordert eine präzise Planung und Koordination, umfangreiche Interimsmaßnahmen und eine sorgfältige Taktung der Bauarbeiten.“
Virtuelle Gebäudeplanung
Das Bauprojekt wird mit „Building Information Modeling“ (BIM) geplant. Damit lassen sich unter anderem Termine, Kosten und Abläufe zentral präzise steuern und überwachen. BIM wird so umfassend eingesetzt, dass der Bauherr nach der Fertigstellung ein „As-Built-Modell“ erhält, samt aller Abmessungen, Materialien und während der Bauphase durchgeführten Änderungen, bis hin zur einzelnen Steckdose. Es dient als Grundlage für eine spätere Wartung, Instandhaltung oder Umbauarbeiten. „BIM ist unverzichtbar bei einem solch großen Bauvorhaben im laufenden Krankenhausbetrieb mit engen Zeitfenstern und komplexer Technik. Es schafft die nötige Planungssicherheit“, erklärt Zirkel.
Überblick zum Bauprozess
Das Klinikum Stuttgart, Standort Mitte, wird bis 2033 in mehreren Abschnitten neu gebaut. Bereits fertiggestellt und in Betrieb genommen sind die Strahlentherapie Haus Z sowie die Neubauten Haus G und Haus F. Derzeit liegt der Fokus auf dem Neubau Haus A (erster Bauabschnitt), später gefolgt von Haus BE (zweiter Bauabschnitt), welche mit Haus F einen zusammenhängenden Gebäudekomplex bilden.
Das neue Haus A wird über drei unterirdische und acht oberirdische Geschosse verfügen. Zu den wesentlichen Funktionseinheiten gehört der Zentral-OP mit 17 OP-Sälen im ersten Bauabschnitt, mehrere Eingriffsräume, Intermediate Care- und Regelleistungsstationen, eine Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP), die Interdisziplinäre Notaufnahme sowie Funktionsdiagnostik der Urologie. Auf dem Dach entsteht ein neuer Hubschrauberlandeplatz.
Nachhaltigkeit habe bei dem Bauprojekt einen hohen Stellenwert, heißt es von Seiten der Bauunternehmen: Abwärme werde zum Heizen genutzt, Wärmepumpen und Photovoltaik auf dem Dach sowie eine effiziente Gebäudehülle sorgen für ein gutes Raumklima bei niedrigem Energieverbrauch.








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