
So langsam nimmt der Verbund der Universitätsklinika Heidelberg (UKHD) und Mannheim immer konkretere Formen an. Er soll zum 1. Januar 2026 offiziell starten, und jetzt hat der Ministerrat in Stuttgart weitere Einzelheiten dazu beschlossen.
Als neue Führungsstruktur soll es dem baden-württembergischen Staatsministerium zufolge künftig unter anderem einen Verbundvorstand geben, der aus sechs Mitgliedern besteht und von einer oder einem Vorstandsvorsitzenden geführt wird. Mit dem Vorsitz sei die Gesamtverantwortung für den engen Klinikverbund verbunden und insbesondere die Zuständigkeit für die medizinisch-strategischen Belange. Ein zusätzlicher Vorstand Medizin werde für den Klinikbetrieb beider Universitätsklinika zuständig sein, heißt es weiter.
Mit dem Verbund ist auch die Erwartung verknüpft, Doppelstrukturen abzubauen.
„Wir stärken mit dem Verbund die Universitätsmedizin im Land und den Standort Mannheim, der mit seinen insgesamt 1800 Medizinstudienplätzen unverzichtbar ist“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats.
Das Governance-Modell, bei dem das landeseigene UKHD 89,9 Prozent der Anteile der Mannheimer Universitätsmedizin übernehmen soll und die Stadt Mannheim weiter 10,1 Prozent hält, ermögliche eine enge Vernetzung von Mutter- und Tochterunternehmen sowie „eine stringente Führung des Verbundes durch das Universitätsklinikum Heidelberg“, ergänzte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski – „ohne dass sich die jeweiligen Rechtsformen der Klinika ändern und ohne dass ein einheitliches Krankenhaus im Sinne des Krankenhausfinanzierungsrechts entsteht“.
Mit dem Verbund sei auch die Erwartung verknüpft, Doppelstrukturen bei Technik, IT und Verwaltung abzubauen und in größtmöglichem Umfang Schwerpunkte in der Forschung und Versorgung zu bilden, so Olschowski. Die beiden Medizinischen Fakultäten der Uniklinika sollen demnach bis zum 1. Januar 2027 fusionieren.
Zudem soll ein standortübergreifender Struktur- und Entwicklungsplans erarbeitet werden sowie ein gemeinsames Medizinkonzept. „Es sollen Schwerpunkte zwischen den beiden Universitätskliniken gebildet, Doppelvorhaltungen umfassend abgebaut und Ambulantisierungspotenziale ausgeschöpft werden“, betonte Gesundheitsminister Manne Lucha. Dieser Prozess der gemeinsamen Struktur- und Entwicklungsplanung solle 2026 abgeschlossen sein.
Land übernimmt erheblichen Anteil der Defizite
Auch der Defizitausgleich, um eine Zahlungsunfähigkeit des Uniklinikums Mannheim abzuwenden, war Thema im Kabinett. Er solle nicht dem Universitätsklinikum Heidelberg als Mehrheitsgesellschafterin im Verbund aufgebürdet werden, wird betont. Das Land werde einen erheblichen Anteil der anfallenden Defizite übernehmen, um diese möglichst bis zum Jahr 2037 abzubauen. Die Gesamtkosten dafür liegen bei rund 480 Millionen Euro, so das Staatsministerium.
Die Stadt Mannheim wiederum werde den Start des Klinikverbunds jetzt noch einmal mit weiteren Leistungen im Wert von bis zu 300 Millionen Euro unterstützen, betonte Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht: „Damit haben wir die finanzielle Leistungsgrenze der Stadt erreicht.“
Mit dem geplanten Verbund werden wir ein neues Kapitel schreiben.
Für Prof. Jürgen Debus steht der Masterplan jedenfalls fest: „Mit dem geplanten Verbund werden wir ein neues Kapitel schreiben, das aus gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und medizinischer Sicht sinnvoll und notwendig ist“, so der Vorstandschef und Leitende Ärztliche Direktor am UKHD: „Unser Ziel ist klar: Gemeinsam die Hochschul- und Spitzenmedizin, die Forschung und Lehre sowie den Gesundheitsstandort Rhein-Neckar und Deutschland voranbringen.“







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