Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

InsolvenzverfahrenWermelskirchen rettet sein Krankenhaus – per Grundsteuer

Das Krankenhaus Wermelskirchen steckt in der Insolvenz. Der Stadtrat hat nun entschieden: Die Klinik soll gerettet werden – mit bis zu neun Millionen Euro über drei Jahre. Die Kosten tragen auch die Bürgerinnen und Bürger.

Euro-Scheine und Münzen
Eva/stock.adobe.com
Symbolfoto

Der Stadtrat Wermelskirchen hat in seiner Sitzung vom 13. Juli grünes Licht für eine mehrjährige finanzielle Unterstützung des Krankenhauses Wermelskirchen gegeben. Das Haus befindet sich derzeit in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Mit dem Beschluss verpflichtet sich die Stadt als Mehrheitsgesellschafterin, die Klinik über drei Jahre mit jeweils bis zu drei Millionen Euro zu unterstützen – insgesamt also bis zu neun Millionen Euro.

Grundlage ist ein Sanierungsplan, den die Geschäftsführung erarbeitet hat. Er sieht eine wirtschaftliche Neuausrichtung vor und soll die Klinik langfristig in kommunaler Trägerschaft erhalten. Auf Basis der nun zugesagten Mittel kann die Einrichtung einen Insolvenzplan zur Entschuldung erarbeiten, über den die Gläubigerversammlung im weiteren Verfahren abstimmen wird.

Grundsteuer muss dafür steigen

Die finanzielle Unterstützung hat ihren Preis – und den kriegen die Einwohnerinnen und Einwohner von Wermelskirchen zu spüren: Um die Mittel bereitzustellen, ist eine Anhebung der Grundsteuer B erforderlich.

Wir wissen, dass eine weitere Erhöhung der Grundsteuer B für viele Bürgerinnen und Bürger eine Belastung darstellt – aber ohne sie würde das Krankenhaus schließen.

Bürgermeister Bernd Hibst stellt sich dennoch klar hinter den Beschluss: „Wir wissen, dass eine weitere Erhöhung der Grundsteuer B für viele Bürgerinnen und Bürger eine Belastung darstellt – aber ohne sie würde das Krankenhaus schließen. Und das kann und will der Stadtrat nicht zulassen, weil das Krankenhaus für die Stadt Wermelskirchen ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge ist.“

Mehr zum Thema:

Hitzewelle als Bewährungsprobe

Wie wichtig die Klinik für die Region ist, zeigte sich nach Angaben des Hauses zuletzt während der Hitzewelle im Juni dieses Jahres. Mehrere Notaufnahmen in der Region meldeten sich zeitweise ab, weil sie an ihre Kapazitätsgrenzen stießen. Das Krankenhaus Wermelskirchen versorgte in dieser Zeit nicht nur Patientinnen und Patienten aus der eigenen Stadt, sondern übernahm auch Fälle aus umliegenden Kommunen. An den beiden Wochenendtagen wurden insgesamt 130 Menschen in der Notaufnahme behandelt, 38 davon stationär aufgenommen.

„Das hat gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige Klinik vor Ort ist und dass sie weiterhin große Bedeutung hat“, so Hibst.

Kreis als Mitgesellschafter gefordert

Die Stadt Wermelskirchen halte zwei Drittel der Anteile am Krankenhaus Wermelskirchen, während laut Mitteilung der Rheinisch-Bergische Kreis mit einem Drittel beteiligt sei. „Wir gehen davon aus, dass sich auch der Kreis als Minderheitsgesellschafter mit einem Drittel der Anteile seiner Verantwortung gerecht wird“, betonte Hibst.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen

Wenn Sie Nachrichten aus kma Online als bevorzugte Quelle für Meldungen in der Schlagzeilen-Box der Google Suche festlegen möchten, dann klicken Sie bitte hier.

Wenn Sie Nachrichten aus kma Online als bevorzugte Quelle für Meldungen in der Schlagzeilen-Box der Google Suche festlegen möchten, dann klicken Sie bitte hier.