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Geschäftsbericht 2025Median peilt drei Milliarden Euro Umsatz bis 2030 an

Die Median Group legt für 2025 ein Wachstum bei Umsatz, EBITDA und Patientenzahlen vor. Zeitgleich investierte das Unternehmen massiv in digitale Angebote, KI-Anwendungen und erweiterte sein Portfolio mit einigen Akquisitionen.

Wachstum
Monster Ztudio/stock.adobe.com
Symbolfoto

Die Median Group hat für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzplus von vier Prozent und ein zweistelliges Wachstum beim bereinigten EBITDA ausgewiesen. Der Reha- und Mental-Health-Anbieter versorgte nach eigenen Angaben 323.000 Patientinnen und Patienten. Das sind 14.000 mehr als noch im Vorjahr.

CEO Philipp Schulte-Noelle betont, die Gruppe habe ihr Ziel erreicht, mehr Menschen zu versorgen und zugleich Qualitäts- und Regulierungsbewertungen über dem nationalen Durchschnitt zu halten. Median bündelt unter seinem Dach die Marken Median in Deutschland, Priory in Großbritannien, Hestia Health in Spanien und betreibt rund 400 Einrichtungen mit 31.000 Mitarbeitenden.

Refinanzierung stärkt Kapitalbasis

Finanziell hebt der seit April amtierende Group CFO Christian Göseke – zuvor CFO bei Arriva und Swissport – vor allem Effizienzgewinne und Margenverbesserungen hervor. Der bereinigte operative Cashflow habe sich „gut entwickelt". Zudem schloss die Gruppe eine umfangreiche Refinanzierung ab. Ein Term Loan B über umgerechnet rund 920 Millionen Euro soll die Kapitalstruktur stabilisieren und weiteren Spielraum für Wachstum schaffen. Parallel investierte Median 8,7 Millionen Euro in Photovoltaikanlagen, die inzwischen an 72 Standorten in Betrieb sind.

Strategischer Schwerpunkt bleibt die Digitalisierung der Versorgung. Unter der Marke Rethera baut Median eigene digitale Gesundheitsangebote auf; das erste Produkt, Rethera Mind, eine digitale Nachsorgelösung für psychische Gesundheit, ist inzwischen an mehr als 30 deutschen Median-Standorten im Einsatz. 2025 nutzten rund 18.000 Patientinnen und Patienten digitale Nachsorgeangebote.

Flankiert wird dies vom Median Group Lab, das neue Therapien und klinische Konzepte prüft – darunter VR-basierte Programme etwa bei Suchterkrankungen und Angststörungen, kognitives Training und Anwendungen in der Ergotherapie. Eine standortübergreifende Initiative mit dem Technologiepartner Peakprofiling setzt KI-gestützte Stimmbiomarker zur Unterstützung der psychischen Gesundheitsbeurteilung ein. Mit bislang 10.000 aufgenommenen Patientinnen und Patienten und mehr als 95.000 Stimmproben spricht Median von dem weltweit größten klinischen Stimmdatensatz. Die Technologie wird derzeit klinisch validiert.

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Akquisitionen und Wachstumsziele bis 2030

Für die weitere Expansion hat der Konzern 2025 zudem sein Portfolio mit Akquisitionen ausgebaut, darunter einem Reha-Dienstleister für häusliche Versorgung in Großbritannien sowie einer Akutklinik und einer spezialisierten Reha-Einrichtung in Deutschland. Mittelfristig peilt die Gruppe ambitionierte Wachstumsziele an. Bis 2030 soll der Umsatz auf drei Milliarden Euro steigen, die Zahl der betreuten Patientinnen, Patienten und Bewohner auf 500.000 wachsen und 160.000 digitale Nutzer erreicht werden.

Begleitet wird diese Strategie durch einen Umbau der Führungs- und Steuerungsstrukturen, der für Klinikgeschäftsführungen auch als Organisationsmodell interessant sein dürfte: Median hat unter anderem ein konzernweites AI Project Board etabliert, das KI- und Automatisierungsprojekte nach Nutzen, Machbarkeit und regulatorischen Anforderungen priorisiert, und neue Querschnittsrollen geschaffen – etwa die Direktorin für Medizinisches Management sowie eine Leitung Klinische Prozess- und Leistungssteuerung. Ziel ist es, medizinische Qualität, Dokumentation, Erlössicherung und Digitalisierung eng miteinander zu verzahnen.

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