
Die Diskussion um die Krankenhausfinanzierung in Köln nimmt Fahrt auf: Ende Oktober hatten zehn freigemeinnützige Krankenhäuser dieInitiative „Fair ist gesund“ins Leben gerufen, um auf eine strukturelle Schieflage in der Finanzierung aufmerksam zu machen. Während kommunale Kliniken von der Stadt Köln Zuschüsse in dreistelliger Millionenhöhe erhalten, gehen freigemeinnützige Häuser bislang leer aus – obwohl beide Trägerstrukturen der Sicherstellung der Gesundheitsversorgung verpflichtet sind und keine Gewinne ausschütten.
Nun schließen sich drei weitere Einrichtungen der Initiative an: das Alexianer Krankenhaus Köln, die Klinik Alteburger Straße sowie die Cellitinnen-Marienborn St. Agatha Fachklinik für Seelische Gesundheit. Damit umfasst „Fair ist gesund“ inzwischen 13 Häuser, darunter drei der fünf psychiatrischen Kliniken der Stadt.
Die Finanzierungsstruktur ist ungerecht und so nicht langfristig tragbar.
Die Forderung der Initiative habe einen Nerv getroffen: „Als zweitgrößte Psychiatrie in Köln stellen wir die Versorgung für rund 20 Prozent der Kölner Bürger sicher – bislang ohne finanzielle Unterstützung durch die Stadt“, betont Peter Scharfe, Geschäftsführer des Alexianer Krankenhauses Köln. Auch Sonja Bentele, Verwaltungsleiterin der Klinik Alteburger Straße, kritisiert die aktuelle Situation: „Die Finanzierungsstruktur ist ungerecht und so nicht langfristig tragbar. Wir sehen die Initiative sehr positiv und freuen uns, die Forderung nach einer gerechten Finanzierung zu vertreten.“
13 Einrichtungen mit 10.000 Mitarbeitenden
Helmut Häfner, Geschäftsführer der Cellitinnen-Marienborn St. Agatha Fachklinik, ergänzt: „Gerade im psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Bereich leisten freigemeinnützige Häuser einen enormen Beitrag zur Gesundheitsinfrastruktur in Köln. Um die Trägervielfalt zu erhalten, braucht es dringend eine faire Finanzierung.“
Um die Trägervielfalt zu erhalten, braucht es dringend eine faire Finanzierung.
Die Initiative fordert eine verlässliche und transparente Krankenhausfinanzierung, die sowohl städtische als auch freigemeinnützige Häuser berücksichtigt. „Die nun 13 Einrichtungen mit rund 10.000 Mitarbeitenden bilden einen essenziellen Teil der Kölner Gesundheitsversorgung. Es braucht dringend eine gerechte Finanzierungsstruktur, die diese Leistung wertschätzt“, so Gunnar Schneider (Stiftung der Cellitinnen) und Stephan Prinz (Josefs-Gesellschaft).
Hintergrund: Die Stadt Köln übernimmt bislang die Defizite und Investitionen der kommunalen Kliniken, während freigemeinnützige Häuser ohne vergleichbare Unterstützung auskommen müssen. Die Initiative sieht darin ein „Zwei-Klassen-System“ und fordert die Politik auf, die Ungleichheit zu beenden – für eine langfristig zuverlässige Versorgung und den Erhalt der Trägervielfalt.








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