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Nach InsolvenzKrankenhaus Norderney geht an die Kommune über

Die Zukunft des insolventen Krankenhauses Norderney nimmt Gestalt an: Der Kaufvertrag ist notariell beurkundet, ein Zukunftskonzept in Arbeit. Der Betrieb soll zum 1. September 2026 auf den neuen kommunalen Träger übergehen.

Krankenhaus Norderney
Stadt Norderney
Die Kommune sichert mit dem Kauf die medizinische Versorgung auf Norderney.

Das Krankenhaus Norderney wird kommunal. Der Insolvenzverwalter und Vertreter der Stadt unterzeichneten den Kaufvertrag am 2. Juli in Aurich. Käufer ist nicht die Stadt selbst, sondern die eigens gegründete Gesellschaft Inselkrankenhaus Norderney (IKN), eine hundertprozentige Tochter der Kommune. Übernommen werden im Wege eines Asset Deals die wesentlichen Vermögensgegenstände der insolventen Allergie- und Hautklinik einschließlich des Krankenhausgrundstücks an der Lippestraße. Sämtliche Arbeitsplätze sollen erhalten und der Betrieb ohne Unterbrechung fortgeführt werden.

„Ich freue mich für alle Mitarbeitenden des Krankenhauses, dass der Erfolg greifbar ist“, sagt Insolvenzverwalter Axel Gerbers , Partner der Kanzlei Johlke Niethammer (JNP) in Bremen. „Rund zwei Jahre Krankenhausfortführung sind eine lange Strecke. Gemeinsam mit der Stadt Norderney haben wir gezeigt, dass ein Insolvenzverfahren immer auch eine Chance für ein Unternehmen sein kann.“ In den kommenden Wochen will Gerbers die Zustimmung der Gläubigerversammlung einholen.

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Nach Planung der Stadt soll der Betrieb zum 1. September dieses Jahres auf die IKN übergehen. Verzögerungen sind allerdings nicht ausgeschlossen: Vor dem Vollzug müssen unter anderem die Zusatzversorgungskasse der Beschäftigten einer bereits ausgehandelten Vereinbarung notariell nachträglich zustimmen und das Land Niedersachsen die bisherige Krankenhauszulassung aufheben sowie eine neue Zulassung für die IKN erteilen. Da diese Schritte in die Sommerferien fallen, könne sich der Zeitplan noch verschieben, teilt die Stadt mit. Zum Geschäftsführer der neuen Gesellschaft wurde der bisherige Klinikgeschäftsführer Uwe Peters bestellt. Um die Versorgung bis zum Übergang zu sichern, hat der Verwaltungsausschuss der Stadt einer weiteren Überbrückungsfinanzierung zugestimmt.

Zukunftskonzept in Arbeit

Parallel zur Transaktion treibt die Stadt die langfristige Ausrichtung voran: Beauftragt wurde die Managementberatung Vicondo mit einem integrierten Zukunfts- und Betriebskonzept für Krankenhaus und Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ). In einem ersten Schritt sollen die medizinischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Strukturen analysiert und kurzfristig umsetzbare Verbesserungen identifiziert werden. 

Im zweiten Schritt soll Vicondo ein langfristiges Struktur- und Leistungsmodell entwickeln – inklusive Prüfung zusätzlicher medizinischer Angebote, eines integrierten ambulant-stationären Versorgungskonzepts, möglicher Kooperationen sowie einer Wirtschaftlichkeitsberechnung. „Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, die Gesundheitsversorgung auf Norderney dauerhaft zu sichern“, so Bürgermeister Frank Ulrichs.

Zur Vorgeschichte: Für das einzige Akutkrankenhaus der Insel mit den Hauptabteilungen Chirurgie, Innere Medizin und Dermatologie und rund 75 Beschäftigten war am 14. Oktober 2024 der Insolvenzantrag gestellt worden, am 1. September 2025 wurde das Verfahren eröffnet. Die Gläubigerversammlung hatte Gerbers am 24. November 2025 einstimmig beauftragt, an die Stadt zu verkaufen, die sich gegen zwei weitere Interessenten durchgesetzt hatte.

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