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Streit um StreikWarum das Personal der DRK Kliniken Berlin jetzt doch streikt

Zoff um den Warnstreik bei den Berliner DRK Kliniken: Trotz juristischem Schlagabtausch legt das Pflege- und nicht-ärztliche Klinikpersonal die Arbeit nieder mit Folgen für den Klinikbetrieb. Wie es jetzt weitergeht.

Ja/Nein
fotomek/stock.adobe.com
Symbolfoto

An den vier Berliner DRK Kliniken sind Teile des Pflegepersonals und andere Beschäftigte seit dem Morgen des 13. Januars in einen Streik getreten. Noch am Abend des gleichen Tages ging es vor dem Arbeitsgericht um die Organisation des Ausstands: Die Gewerkschaft Verdi hatte das nicht-ärztliche Personal der DRK Kliniken Berlin für den 13. und 14. Januar zum Streik aufgerufen, woraufhin der Klinikverbund mit einer einstweiligen Verfügung beim Arbeitsgericht reagierte. Streitthema war die Notdienstvereinbarung.

Der Streikaufruf von Verdi richtete sich an insgesamt rund 2500 Beschäftige, darunter auch Therapeutinnen und Handwerker. Wie viele sich tatsächlich beteiligten, stand zunächst nicht fest. Der Ausstand habe aber zu Einschränkungen in der Versorgung geführt, teilte eine Verdi-Sprecherin mit.

Mit derselben Notdienstverordnung ist schon vor zwei Jahren gestreikt worden und es hat keine Probleme gegeben.

Die Arbeitgeberseite hatte gegen den Arbeitskampf eine einstweilige Verfügung vor dem Berliner Arbeitsgericht eingereicht. Dort einigten sich beide Seiten am Abend des 13. Januars auf ein Konzept für eine verbindliche Mindestbesetzung und Quotenregelungen für die Zeit des Streiks. Die DRK Kliniken Berlin hatten Verdi zuvor vorgeworfen, die von der Gewerkschaft vorgeschlagene Notdienstvereinbarung gefährde die Versorgung der Patienten. Verdi betonte hingegen, mit derselben Notdienstverordnung sei schon vor zwei Jahren gestreikt worden und es habe keine Probleme gegeben.

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Mit dem Vergleich vor dem Arbeitsgericht dürfte der Ausstand am 14. Januar wie geplant weitergehen. Wie der Klinikverbund mitteilte, werde die Umplanung der für die kommenden Tage vorgesehenen Eingriffe und Behandlungen fortgesetzt. Am 14. Januar werde es weiterhin zu einzelnen Verschiebungen von planbaren OPs kommen – alle notwendigen Operationen und Tumoroperationen könnten jedoch durchgeführt werden, ebenso wie die Behandlung unfallchirurgischer Notfälle.

Zugleich fordern wir Verdi auf, die wirtschaftlichen Realitäten anzuerkennen …

„Wir hoffen, nach den heutigen und morgigen Warnstreiks zeitnah an den Verhandlungstisch zurückzukehren“, heißt es in einer Meldung der DRK Kliniken Berlin. „Zugleich fordern wir Verdi auf, die wirtschaftlichen Realitäten anzuerkennen und konstruktiv an einem Tarifabschluss mitzuwirken, der sowohl wirtschaftlich als auch rechtlich tragfähig ist“.

Die Gewerkschaft fordert Entgelterhöhungen von fünf Prozent im Jahr 2026 und weiteren fünf Prozent im Jahr 2027. Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den DRK Kliniken laufen seit Juli 2025, Ende Dezember 2025 endete die Friedenspflicht. 

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