
Die Gewerkschaft Verdi ruft rund 2500 Beschäftigte der DRK Kliniken Berlin am 13. und 14. Januar zum Streik auf. Der Klinikverbund hat dagegen jedoch eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht eingereicht. Der Streikaufruf richtet sich an alle nicht-ärztlichen Beschäftigten. Das sind vor allem Pflegefachkräfte, aber zum Beispiel auch Therapeutinnen oder Handwerker.
Aus Sicht des Unternehmens gefährdet die von Verdi vorgeschlagene Notdienstvereinbarung die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Sie beschränke sich im Wesentlichen auf die Behandlung von lebensbedrohlichen Notfällen, so die Kritik. „Die DRK Kliniken Berlin respektieren das Streikrecht der Beschäftigten ausdrücklich. Gleichzeitig tragen sie eine besondere Verantwortung für die ihr anvertrauten Patientinnen und Patienten“, heißt es in einer Mitteilung.
Streitpunkt Notdienstvereinbarung
Die von Verdi vorgeschlagene Notdienstvereinbarung beschränke sich im Wesentlichen auf die Behandlung unmittelbar lebensbedrohlicher Notfälle, so die Kliniken. Nach Klinikauffassung greife dieser Ansatz zu kurz. Eine verantwortungsvolle medizinische Versorgung umfasse auch die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schweren Verletzungen – etwa infolge von Stürzen bei aktueller Eisglätte – sowie von Menschen mit schweren oder komplexen Erkrankungen, beispielsweise bei Krebs, teilten die DRK Kliniken weiter mit.
Die DRK Kliniken Berlin respektierten das Streikrecht der Beschäftigten ausdrücklich, heißt es in der Mitteilung. Gleichzeitig würden sie eine besondere Verantwortung für die ihr anvertrauten Patientinnen und Patienten tragen. Diese Verantwortung mache es erforderlich, rechtliche Schritte zu prüfen und zu ergreifen, wenn die Patientensicherheit aus Sicht der Klinik nicht mehr gewährleistet ist. Im Sinne dieser Verantwortung hätten die DRK Kliniken Berlin zudem wiederholt ein Schlichtungsverfahren mit einem neutralen Schlichter vorgeschlagen.
Kritik: „Utopische Personalbesetzung“
Die Gewerkschaft hingegen wirft der Geschäftsführung vor, eine utopische Personalbesetzung während des Streiks einzufordern, die teilweise über der Regelbesetzung liege. „Das ist nicht angemessen. Das nimmt den Leuten ihr Streikrecht und verweigert ihnen, eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe“, sagt Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer der Deutschen Presse-Agentur.
Das ist nicht angemessen. Das nimmt den Leuten ihr Streikrecht.
Man werde sich auf jeden Fall an die vorgeschlagenen Notdienste halten und dafür sorgen, dass dringende Notfälle versorgt würden, das gelte natürlich auch für mögliche Notfälle aufgrund von Glatteis. Während eines Streiks könnten Patienten auch an andere Krankenhäuser verwiesen werden, und nicht dringende Operationen verschoben werden.
Kann der Streik stattfinden?
Neunhöffer rechnet im Laufe des 12. Januar mit einer Entscheidung des Arbeitsgerichts. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Streik stattfindet.“ Laut Plan soll er am 13. Januar gegen 5:30 Uhr beginnen.
Friedenspflicht beendet
Die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den DRK Kliniken Berlin laufen seit Juli 2025; Ende Dezember 2025 endete die Friedenspflicht. Das aktuelle Angebot sieht Vergütungssteigerungen in Höhe von 6 Prozent innerhalb von 3 Jahren, eine Einmalzahlung von 250 Euro sowie eine Arbeitszeitverkürzung auf 38,5 Stunden pro Woche ohne Gehaltseinbußen vor.
Verdi fordert eine Erhöhung von 5 Prozent im Jahr 2026 und eine weitere Erhöhung um 5 Prozent im Jahr 2027. Die DRK Kliniken Berlin betreiben vier Krankenhäuser, ein Hospiz und eine stationäre Pflegeeinrichtung.







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