
Grünes Licht für den Bau der neuen Energiezentrale des Universitätsklinikums Würzburg (UKW): Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags stimmte am 15. Juli der zweiten Teilbaumaßnahme zur Erschließung des Erweiterungsgeländes Nord zu. Zusammen mit dem bereits im April genehmigten ersten Teil der zum Projekt zugehörigen Baumaßnahmen stehen nun insgesamt rund 714,9 Millionen Euro für das Vorhaben bereit.
Regenerative Energieversorgung als Blaupause
Die neue Energiezentrale soll nach Angaben des Uniklinikums „modernste Ansprüche der sicheren und nachhaltigen Energieversorgung” erfüllen. Das Energiekonzept setzt dabei vollständig auf erneuerbare Energien. Geplant sind unter anderem Wärmepumpen, Geothermie, Eisspeicher sowie Wärme- und Kältespeicher. Ergänzt wird das System durch eine gesicherte Notstromversorgung, die den Klinikbetrieb auch im Ausnahmefall gewährleistet.
Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW, sieht darin weit mehr als eine technische Lösung für den Standort Würzburg: Das Konzept solle Vorbildcharakter für künftige Klinikneubauten in ganz Deutschland haben, wenn es um den Einsatz regenerativer Energien gehe.
Politisches Bekenntnis zur Universitätsmedizin
Die Entscheidung des Haushaltsausschusses stößt auf breite Zustimmung – sowohl in der Klinikleitung als auch in der Landespolitik. Prof. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW, sieht das Votum als „starkes Bekenntnis für Spitzenmedizin in Bayern am Standort Würzburg“.
Das Projekt auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW ist eine der größten Baumaßnahmen in Bayern.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume betonte die Schnelligkeit des Verfahrens: „Bei unseren Uniklinika geht es jetzt Schlag auf Schlag – Ende Juni im Kabinett, jetzt, Mitte Juli gibt es bereits für Würzburg und weitere zentrale Maßnahmen grünes Licht durch den Landtag.“ Eines der größten Bauprojekte des Freistaats nehme „jetzt richtig Fahrt auf“, so Blume.
Aufwendige Vorbereitungen laufen bereits
Auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW entsteht ein Neubau der mehrere Kliniken beherbergt. Doch zunächst ist die Baufeldfreimachung dran. Konkret bedeutet das: Errichtung eines Ersatzparkplatzes und eines Interims-Hubschrauberlandeplatzes, Oberbodenabtrag, Teilaushub, Bau von Trafostationen zur Baustromversorgung sowie die Herstellung von Baustraßen und die Verlegung von Leitungen.
Die Verlagerung von Parkplätzen und Hubschrauberlandeplatz ist zwingend erforderlich, da der Neubau genau auf den Flächen entstehen wird, die derzeit noch für diese Zwecke genutzt werden. Erst wenn die Ersatzflächen in Betrieb gehen, können die eigentlichen Aushubarbeiten auf dem Baufeld beginnen.
Erster Bauabschnitt: Drei Klinikbereiche unter einem Dach
Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord sieht 276 Betten auf rund 30.000 Quadratmetern Nutzungsfläche vor. Zusammengeführt werden dort die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, die Augenklinik sowie die Frauenheilkunde, inklusive Operationssälen, Intensivpflegeplätzen und Zentraleinrichtungen.
Damit werden Gebäude ersetzt, die aus den 1930er- beziehungsweise 1970er-Jahren stammen und modernen klinischen Anforderungen längst nicht mehr gerecht werden. Das Projekt zählt zu den größten Baumaßnahmen im Freistaat Bayern.








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