
Die Kliniken des Landkreises Lörrach stellen ihre Geschäftsführung erneut um – rund vier Monate, nachdem mit Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer ein klinischer Geschäftsführer an Bord geholt worden war. Wie das kommunale Klinikum mitteilte, scheidet die kaufmännische Geschäftsführerin Monika Röther zum 31. Mai 2026 „auf eigenen Wunsch" aus. Sie wolle sich künftig „neuen Aufgaben im Gesundheitswesen“ widmen, vor allem in den Feldern sektorenübergreifende Versorgungsmodelle und Transformationsprozesse.
Mit dem Austritt kehrt das Haus zur Doppelspitze zurück: Vorsitzender Geschäftsführer Udo Lavendel und klinischer Geschäftsführer Dr. Klaus Steinmeyer-Bauer führen die Geschäfte künftig zu zweit. Die kaufmännische Verantwortung wird eine Hierarchieebene tiefer angesiedelt: Auf Direktoriumsebene wird die neu geschaffene Position eines kaufmännischen Direktors zeitnah besetzt werden.
Nach 21 Monaten ist Schluss
Erst im September 2024 war Monika Röther in die Geschäftsführung eingetreten und zum 1. Dezember 2024 gemeinsam mit Udo Lavendel von der Managementgesellschaft HC&S direkt zu den Kliniken gewechselt. Aufsichtsratsvorsitzende Landrätin Marion Dammann hatte den damaligen Wechsel als Schritt „für Verbindlichkeit und Kontinuität“ bezeichnet. Damit endet Röthers Engagement in Lörrach nach rund 21 Monaten in der Geschäftsführung – und nur 18 Monate nach ihrer Festanstellung.
Auch die Konstellation einer dreiköpfigen Geschäftsführung hatte nur kurz Bestand: Steinmeyer-Bauer war erst zum 1. Januar dieses Jahres als Geschäftsführer berufen worden, um den klinischen Bereich vor Inbetriebnahme des Dreiland-Klinikums zu verantworten. Die Klinikgesellschaft hatte die Erweiterung damals mit der „gestiegenen Komplexität und Projektlast“ begründet.
Dammann verweist auf Tempo der Reform
Die jetzige Neuaufstellung begründet Dammann mit der Taktung der anstehenden Meilensteine: „Die kommenden Monate sind geprägt von der Umsetzung der Krankenhausreform, der strategischen Neuausrichtung und der Inbetriebnahme des Dreiland-Klinikums. Die neue Führungsstruktur schafft die Voraussetzungen für eine entscheidende Phase der Unternehmensentwicklung.“ Ziel sei es, die Aufgaben „fokussiert und mit der notwendigen Geschwindigkeit“ angehen zu können.
Röther hatte die kaufmännische Geschäftsführung in einer der anspruchsvollsten Phasen des Klinikums verantwortet – zwischen Restrukturierung, Schließung des Standorts Rheinfelden, wirtschaftlicher Stabilisierung und Vorbereitung auf den Umzug ins Zentralklinikum. Das für 2023 ausgewiesene Defizit von über 30 Millionen Euro soll nach Hochrechnungen für 2025 auf rund sechs Millionen Euro sinken. Lavendel hatte gegenüber kma in Aussicht gestellt, ab 2028 wieder mit positiven Betriebsergebnissen zu rechnen.
Inbetriebnahme des Dreiland-Klinikums in greifbarer Nähe
Der Wechsel fällt in die heiße Phase vor dem Umzug: Der rund 450 Millionen Euro teure Neubau am Stadtrand von Lörrach soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen und die bisherigen Standorte Kreiskrankenhaus Lörrach, St. Elisabethen-Krankenhaus und Kreiskrankenhaus Schopfheim bündeln. Geplant sind 677 Betten im akut-somatischen Bereich, ergänzt um einen Neubau des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen mit 145 Betten.








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