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Manager der Jahres 2018Klinikmanager Alexander Schmidtke hat keine Angst vor Mammutaufgaben

Schmidtkes Vertrag als Kaufmännischer Direktor in Augsburg läuft noch bis Ende des Jahres, doch schon in den vergangenen Monaten war der Umtriebige immer mal wieder in Coburg, um dort wichtige Weichen zu stellen. Seinen gesamten Resturlaub hat er dabei verbraucht, lange waren Sieben-Tage-Wochen die Regel. Ab Februar soll seine Arbeitszeit in Augsburg um 20 Prozent reduziert werden – auch das ein Beweis für das gute Verhältnis zu den Trägern: „Trotzdem bin ich bis zum Schluss mit Leib und Seele dabei, als würde ich das Haus noch 30 Jahre lang führen.“Er hätte auch bleiben können, sagt er. Das Angebot hatte er. Zwar muss eine Uniklinik von einem Ärztlichen Direktor geführt werden, aber Schmidtke hätte die kaufmännischen Fäden in der Hand behalten sollen. „Doch nach zehn Jahren reicht es – für das Haus und für mich, auch wenn es schmerzt und ich Tränen vergießen werde. Da tut frischer Wind gut.“

Darmstadt war kein Ruhmesblatt

Den Wechsel von Fulda nach Augsburg jedenfalls habe er nie bereut, sagt er. Auch wenn das damals, diplomatisch formuliert, nur suboptimal lief. Schmidtke hatte drei Optionen, allesamt Anfragen, und er hatte schon zugesagt, in Darmstadt anzutreten. Der Vertrag war noch nicht unterschrieben, aber der Wechsel war mit Schmidtkes Einwilligung schon öffentlich gemacht worden. „Das war mein Fehler“, sagt er, denn er entschied sich um, was ihm die Darmstädter äußerst übel nahmen. „Ich habe mir über meine Karriere damals viele Gedanken gemacht, und Augsburg war für mich als Bayer einfach die bessere Wahl, es ist größer und bot mehr Chancen.“

Im vergangenen September hat er die Arbeitsstätte seiner Wahl dann noch mal aus einer ganz anderen Perspektive erlebt. Auf den neun Kilometern zwischen der Klinik und seinem Haus, die er immer mal wieder mit dem Fahrrad fährt, stürzte er schwer und zog sich eine Ellenbogenluxation und eine schwere Trümmerfraktur der Ulna zu. Zum ersten Mal überhaupt war Schmidtke deshalb stationär Patient im eigenen Haus. Während der komplizierten Nacht-Operation wurden zwei Platten und 16 Schrauben eingesetzt – was Schmidtke nicht davon abhielt, der bayerischen Wissenschaftsministerin zwei Tage später in der ersten Aufsichtsratssitzung des Uniklinikums einen aktuellen Situationsbericht zu geben. Der Manager erschien in einem Gestell, durch das beide Arme ruhiggestellt waren. Zu fehlen, war keine Option.

Dieser Artikel ist Teil der Ausgabe 1/2019 der kma Klinik Management aktuell.

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