
In nur einem Schritt detaillierte, dreidimensionale Ganzkörperbilder erstellen – das ist nun an der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) möglich. Als bundesweit erste und weltweit vierte Einrichtung hat die MHH ein Total-Body-PET/CT-System mit einem Sichtfeld von rund 150 Zentimetern in Betrieb genommen.
Bei der Eröffnungsfeier am 23. Januar betonte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs: „Das bundesweit einmalige Gerät wird nicht nur den Patientinnen und Patienten an der MHH und der Universitätsmedizin Göttingen dank seiner hochpräzisen und schnellen Bildgebung zugutekommen. Es öffnet auch neue Möglichkeiten in der Erforschung bestimmter Krankheiten und ihrer Zusammenhänge.“ Die Technik soll nicht nur für klinische Zwecke genutzt werden, sondern auch der Entwicklung und dem Einsatz neuer Tracer oder Medikamente dienen.

Mehrwert durch kombinierte PET/CT-Untersuchung
Die PET/CT-Technik wird in der onkologischen, immunologischen, kardiologischen und neurologischen Diagnostik eingesetzt. Dabei werden Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Computertomografie (CT) miteinander kombiniert. Mittels PET-Untersuchungen können molekulare Prozesse im Körper dargestellt werden. Dabei werden leicht radioaktiv markierte Spürsubstanzen, sogenannte Tracer, eingesetzt.
Tumore oder auch Entzündungen können genau lokalisiert werden.
Bei einer kombinierten PET/CT-Untersuchung werden beide Scans direkt nacheinander in derselben Geräteeinheit durchgeführt und anschließend am Rechner fusioniert. „So werden funktionelle und anatomische Informationen zusammengebracht. Tumore oder auch Entzündungen können genau lokalisiert werden“, erklärt Prof. Dr. Sibylle Ziegler, Leiterin der PET-Forschung an der Klinik für Nuklearmedizin.
Den Körper als Ganzes betrachten
Da das Sichtfeld des neuen Geräts bis 150 Zentimeter reicht, sind nun dreidimensionale Aufnahmen „vom Scheitel bis zum Oberschenkel“ möglich. Die bisher auf 25 Zentimeter begrenzte Reichweite machte mehrere kleinflächige Aufnahmen und deren aufwendige Zusammensetzung zu einer Gesamtübersicht erforderlich – ein über 20‑minütiger Prozess, der dank der neuen Total-Body-PET/CT-Anlage entfällt. Sie erstellt großflächige Übersichten in weniger als einer Minute.
Auch die Patientinnen und Patienten profitieren unmittelbar von der neuen Technik: Sie müssen nicht mehr lange stillhalten oder in schmerzhaften Positionen verharren. Außerdem ist die Untersuchung durch den niedrigeren Strahleneinsatz schonender.







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