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150 Zentimeter SichtfeldDetaillierte Ganzkörperbilder in weniger als einer Minute

Die Medizinische Hochschule Hannover verfügt als erste deutsche Klinik über ein Total-Body-PET/CT-System. Es ermöglicht Aufnahmen „vom Scheitel bis zum Oberschenkel“ und ist dabei schneller, präziser und strahlungsärmer als die herkömmliche Technik.

Prof. Dr. Frank Bengel und Dr. Philipp Rath
Karin Kaiser/MHH
Klinikdirektor Prof. Dr. Frank Bengel begutachtet gemeinsam mit Oberarzt Dr. Philipp Rath eine Aufnahme des Total-Body-PET/CT.

In nur einem Schritt detaillierte, dreidimensionale Ganzkörperbilder erstellen – das ist nun an der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) möglich. Als bundesweit erste und weltweit vierte Einrichtung hat die MHH ein Total-Body-PET/CT-System mit einem Sichtfeld von rund 150 Zentimetern in Betrieb genommen. 

Bei der Eröffnungsfeier am 23. Januar betonte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs: „Das bundesweit einmalige Gerät wird nicht nur den Patientinnen und Patienten an der MHH und der Universitätsmedizin Göttingen dank seiner hochpräzisen und schnellen Bildgebung zugutekommen. Es öffnet auch neue Möglichkeiten in der Erforschung bestimmter Krankheiten und ihrer Zusammenhänge.“ Die Technik soll nicht nur für klinische Zwecke genutzt werden, sondern auch der Entwicklung und dem Einsatz neuer Tracer oder Medikamente dienen.

Prof. Denise Hilfiker-Kleiner, Minister Falko Mohrs, Prof. Frank Bengel und Prof. Simon Cherry.
Karin Kaiser/MHH
Offizieller Start des ersten Total-Body-PET/CT-Systems in Deutschland (v.l.): Professorin Denise Hilfiker-Kleiner, Minister Falko Mohrs, Professor Frank Bengel und Professor Simon Cherry.

Mehrwert durch kombinierte PET/CT-Untersuchung 

Die PET/CT-Technik wird in der onkologischen, immunologischen, kardiologischen und neurologischen Diagnostik eingesetzt. Dabei werden Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und Computertomografie (CT) miteinander kombiniert. Mittels PET-Untersuchungen können molekulare Prozesse im Körper dargestellt werden. Dabei werden leicht radioaktiv markierte Spürsubstanzen, sogenannte Tracer, eingesetzt.

Tumore oder auch Entzündungen können genau lokalisiert werden.

Bei einer kombinierten PET/CT-Untersuchung werden beide Scans direkt nacheinander in derselben Geräteeinheit durchgeführt und anschließend am Rechner fusioniert. „So werden funktionelle und anatomische Informationen zusammengebracht. Tumore oder auch Entzündungen können genau lokalisiert werden“, erklärt Prof. Dr. Sibylle Ziegler, Leiterin der PET-Forschung an der Klinik für Nuklearmedizin.

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Den Körper als Ganzes betrachten

Da das Sichtfeld des neuen Geräts bis 150 Zentimeter reicht, sind nun dreidimensionale Aufnahmen „vom Scheitel bis zum Oberschenkel“ möglich. Die bisher auf 25 Zentimeter begrenzte Reichweite machte mehrere kleinflächige Aufnahmen und deren aufwendige Zusammensetzung zu einer Gesamtübersicht erforderlich – ein über 20‑minütiger Prozess, der dank der neuen Total-Body-PET/CT-Anlage entfällt. Sie erstellt großflächige Übersichten in weniger als einer Minute.

Auch die Patientinnen und Patienten profitieren unmittelbar von der neuen Technik: Sie müssen nicht mehr lange stillhalten oder in schmerzhaften Positionen verharren. Außerdem ist die Untersuchung durch den niedrigeren Strahleneinsatz schonender. 

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