
Für die 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind die vorläufigen Zahlen, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Berlin mitgeteilt hat, zumindest keine schlechten Nachrichten. Für das Jahr 2025 stand demnach ein Überschuss von 3,5 Milliarden Euro in den Büchern. Allerdings diene das Geld vorrangig zum Auffüllen der Finanzreserven, betont das BMG. Diese betrugen Ende 2025 rund 5,1 Milliarden Euro, womit sie weiter knapp unter der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben lagen.
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sprach denn auch von einer weiterhin schwierigen Lage. „Seit 2024 steigen die Ausgaben wesentlich stärker als die Einnahmen, auch in diesem Jahr“, sagte sie. Im vergangenen Jahr standen Einnahmen von 355,9 Milliarden Euro Ausgaben von 352,4 Milliarden Euro gegenüber. Insgesamt stiegen die Leistungsausgaben laut Ministerium um 7,9 Prozent. Maßgeblicher Treiber der hohen Dynamik seien Klinikbehandlungen mit plus 9,6 Prozent gewesen. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 5,9 Prozent und für Behandlungen in den Praxen um 7,6 Prozent.
Kostentreiber Krankenhausbehandlungen
Die Kosten für Krankenhausbehandlungen legten insgesamt um 9,7 Milliarden Euro zu, heißt es weiter. Mit den besagten 9,6 Prozent liege der prozentuale Zuwachs mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der jährlichen Zuwächse im Zeitraum von 2013 bis 2024. Er übertreffe gar die Dynamik im bisherigen Rekordjahr 2024, so das BMG.
Ursächlich seien vor allem hohe Vergütungssteigerungen sowie die Refinanzierung bisher nicht abgebildeter Tarifkostensteigerungen aus dem Jahr 2024. Zudem trügen die stark steigenden Aufwendungen für psychiatrische Behandlungen (11,7 Prozent beziehungsweise 1,2 Milliarden Euro) und die per Selbstkostendeckungsprinzip finanzierten Pflegepersonalkosten (zwölf Prozent beziehungsweise 2,7 Milliarden Euro) zum starken Ausgabenanstieg im Krankenhausbereich bei.
Doch auch bei den somatischen Behandlungen (inklusive ambulanter Behandlungen) werde mit 8,5 Prozent (5,8 Milliarden Euro) eine hohe Dynamik verzeichnet. Die vorläufigen Ergebnisse des Jahres 2025 seien auch von den seit 1. November an die Krankenhäuser per Rechnungszuschlägen ausgezahlten Soforttransformationskosten geprägt, heißt es weiter. Die Aufwendungen der Krankenkassen für die bis einschließlich Oktober 2026 auszuzahlenden Rechnungszuschläge werden durch einen ergänzenden Bundeszuschuss von insgesamt vier Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds refinanziert.
Zweistellige Milliardenlücken ab 2027
Warken sagte zur Entwicklung, zwar habe man die Finanzlage für 2026 kurzfristig stabilisieren und große Beitragssatzsprünge zum Jahreswechsel vermeiden können. Ab 2027 seien aber jedes Jahr Finanzierungslücken in zweistelliger Milliardenhöhe zu erwarten. „Unser zentrales politisches Ziel ist und bleibt die nachhaltige Stabilisierung der Beitragssätze, indem wir den Entwicklungen der vergangenen Jahre endlich etwas entgegensetzen“, sagte Warken. Ende März solle eine Expertenkommission Vorschläge dafür vorlegen.
Nachdem Anfang 2025 zahlreiche Kassen ihre Zusatzbeiträge erhöht hatten, gab es zuletzt weitere Anhebungen. Zum 1. Januar 2026 erhöhten 43 Kassen ihre Beitragssätze, wie das Ministerium mitteilte. Bei 47 Kassen blieb er stabil, zwei Kassen senkten ihren Zusatzbeitragssatz zum Jahresbeginn.







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