
Prof. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), ist für die kommenden drei Jahre zur neuen Präsidentin der European Hospital and Healthcare Federation (Hope) gewählt worden. Der Hope-Vorstand votierte auf seiner Sitzung in Lissabon einstimmig für die Medizinerin, die das Amt für drei Jahre übernimmt. Zur Vizepräsidentin wurde die Spanierin Pilar Aparicio bestimmt. Neumeyer folgt auf den Iren Eamonn Fitzgerald und war seit Juni 2025 Vizepräsidentin des Verbandes.
Krankenhäuser sind Institutionen, die das Vertrauen in Staat und Demokratie stärken können.
Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen in Europa betonte Neumeyer nach ihrer Wahl die zentrale Rolle der Krankenhäuser für Gesellschaft und Demokratie in wirtschaftlich und sicherheitspolitisch herausfordernden Zeiten: „Wir sind Anker der Daseinsvorsorge, wir sind Stabilisatoren in kleinen, aber auch in großen Krisen. Und wir sind auch eine Institution, die das Vertrauen in Staat und Demokratie stärken kann.“
Stärkere Berücksichtigung im EU-Finanzrahmen
Mit Blick auf die Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen der EU (2028–2034) mahnte die neue HOPE-Präsidentin eine stärkere Berücksichtigung der Krankenhäuser an. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig funktionierende Klinikinfrastrukturen und europäische Förderprogramme seien, um auf Versorgungskrisen und Lieferengpässe bei Arzneimitteln reagieren zu können.
Auch die anhaltenden Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine erforderten eine bessere Krisenvorsorge, die sich im europäischen Finanzrahmen widerspiegeln müsse.
Neumeyer unterstrich, dass die nachhaltige Finanzierung der Kliniken sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene gesichert werden müsse. Wer hochwertige Medizin, Innovation und Krisenfestigkeit erwarte, müsse diese Aufgaben auch verlässlich finanzieren. Mit Blick auf Deutschland warnte sie vor den dramatischen Auswirkungen aktueller Einsparüberlegungen auf die Versorgung.
Fachkräfte und Digitalisierung als Schwerpunkte
Als weitere Schwerpunkte ihrer Amtszeit benannte Neumeyer die Fachkräftesicherung und die Digitalisierung. Bei der Personalgewinnung komme es auf bessere Arbeitsbedingungen, starke Aus- und Weiterbildung sowie erleichterte Anerkennungsverfahren an. Zudem brauche es faire internationale Partnerschaften und europäisch abgestimmte Kooperationsmodelle.
Im Bereich Digitalisierung hob sie die Bedeutung des europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) hervor. Einheitliche digitale Standards und ein sicherer Datenaustausch könnten die Patientenversorgung verbessern und den Klinikalltag effizienter gestalten. Krankenhäuser seien als Orte, an denen große Datenmengen anfallen, prädestiniert dafür, diese Daten für die Weiterentwicklung von Versorgung und Prävention nutzbar zu machen.
European Hospital and Healthcare Federation
Die Europäischen Krankenhausgesellschaft Hope (European Hospital and Healthcare Federation) vertritt die Interessen der Krankenhäuser auf der
europäischen Ebene. Mitglieder sind Krankenhausgesellschaften und Organisationen, die für den Krankenhaussektor zuständig sind (etwa nationale Gesundheitsministerien). Hope hat Mitglieder in allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie im Vereinigten Königreich, Serbien und der Schweiz.








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