
Niedersachsens größter freigemeinnütziger Gesundheitskonzern Diakovere meldet bei 449 Millionen Euro Umsatz ein Konzernergebnis von 1,7 Millionen Euro. Parallel investierte das Unternehmen rund 45 Millionen Euro.
„Das Ergebnis macht Mut für die anstehenden Herausforderungen“, kommentiert Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hans Ulrich Anke. Es zeige, dass Diakovere das Unternehmen wirksam steuern und zugleich konsequent weiterentwickeln könne. Die 45-Millionen-Euro-Investition sei dabei ein klares Signal: „Wir sichern nicht nur den laufenden Betrieb, sondern bauen an unserer Zukunft.“
Medizinstrategie für 2035
Mit der „Medizinstrategie 2035“ habe das Unternehmen einen langfristigen Entwicklungsrahmen für seine Krankenhäuser beschlossen. Dabei setzt Diakovere auf ein Zwei-Säulen-Modell, organisiert entlang von fünf Versorgungspfaden und einer klaren Standortlogik.
Konkret bedeutet das: Geplant sind laut Mitteilung zwei moderne Standorte – Akut- und Notfallmedizin im Westen, Langzeitmedizin im Osten Hannovers. Für die Akut- und Notfallmedizin soll das Friederikenstift der zentrale Standort bleiben. Die Langzeitmedizin als zweite Säule umfasst die Versorgung chronisch und geriatrisch erkrankter Menschen – bestehende Kompetenzen von Henriettenstift und Annastift sollen hierfür gezielt gebündelt werden.
Insgesamt will Diakovere bis 2035 mehr als eine halbe Milliarde Euro investieren; der erste Ausbauschritt liegt bei rund 250 Millionen Euro. Ergebnisse zur fachlichen Ausgestaltung und Umsetzungsmöglichkeiten sollen bis Ende 2026 vorliegen.
Wir organisieren Medizin künftig patientenorientiert statt abteilungsorientiert, interprofessionell statt in getrennten Strukturen und sektorenübergreifend statt an Zuständigkeitsgrenzen.
Prof. Thomas Moesta, Medizinischer Geschäftsführer und Co-Vorsitzender der Geschäftsführung, erklärt: „Wir organisieren Medizin künftig patientenorientiert statt abteilungsorientiert, interprofessionell statt in getrennten Strukturen und sektorenübergreifend statt an Zuständigkeitsgrenzen.“ Als Komplexanbieter sieht er Diakovere in einer Sonderrolle: Medizinische, pflegerische, therapeutische und diakonische Leistungen könnten so verbunden werden, dass eine ganzheitliche Begleitung gelinge.
Politische Rahmenbedingungen als Sorgenfaktor
Aufsichtsratschef Anke schaut kritisch nach Berlin und spricht von „Wirrnissen sogenannter Krankenhausreformen und planloser Kürzungen“. Die vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Sparpläne sorgten für zusätzliche Unsicherheiten.
Für freigemeinnützige Träger verschärfe sich die Lage besonders: Anders als kommunale oder landeseigene Kliniken können sie nicht auf öffentliche Defizitausgleiche zurückgreifen – bei den freigemeinnützigen Häusern fielen die Verluste zuletzt besonders hoch aus. Gemeinsam mit mehr als 50 freigemeinnützigen Krankenhäusern aus Niedersachsen fordert Diakovere deshalb eine vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen und inflationsbedingten Mehrkosten sowie faire Wettbewerbsbedingungen unabhängig von der Trägerschaft.
„Freigemeinnützige Unternehmen arbeiten für Menschen, nicht für Gewinne und nicht für kommunal- oder parteipolitische Interessen“, betont Anke. Dafür brauche es verlässliche Bedingungen – „und keinen ungleichen Wettbewerb, bei dem die Trägerschaft darüber entscheidet, ob und wie Defizite aufgefangen werden.“









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