
Alexander Schmidtke, Hauptgeschäftsführer der Regiomed-Kliniken GmbH, vermeldete auf der Aufsichtsratssitzung die aktuellen Finanzkennzahlen für das Jahr 2021. Diesen zufolge weist der Konzern ein Minus von 2,9 Millionen Euro aus (2020: -6,7 Millionen, 2019: -9,5 Millionen und 2018: -25,1 Millionen). Damit verringerte sich das Defizit seit 2018 stetig, Regiomed bleibt dennoch in den roten Zahlen. Aufgrund des deutlich besseren Betriebsergebnisses in 2021 steigerte sich auch die die EBITDA Marge von 0,32 Prozent auf 1,18 Prozent.
Schwere Zeiten 2015 bis 2018
In den Jahren 2015 bis 2018 hatten die Regiomed-Kliniken an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Substanz verloren. Der Verzehr lag in den vergangenen Jahren insgesamt bei über 40 Millionen Euro. 2019 bestand sogar eine reale Insolvenzgefahr, die jedoch abgewendet werden konnte. Die letzten dreieinhalb Jahre beschäftigte sich das Unternehmen mit umfassenden Strukturveränderungen, medizinischen Schwerpunktbildungen und Spezialisierungen sowie einer umfassenden Neuausrichtung des Gesundheitsverbundes, der in kommunaler Trägerschaft geführt wird und 2008 gegründet wurde. Damit konnten dieBetriebsergebnisse in den Jahren 2018 bis 2021 von einem Verlust in Höhe von 25,1 Millionen Euro auf minus 2,9 Millionen Euro verbessert werden. Für 2022 ist indes erstmals wieder ein positives Betriebsergebnis in Höhe von 3 Millionen Euro prognostiziert.
Blick auf die Erlöse
53 225 Patientinnen und Patienten wurden 2021 stationär behandelt (2019: 65.818, pandemiebedingt 2020: 52 958), knapp 100 000 ambulant und 10 000 vorstationär. Die Umsätze aus der Behandlung konnten gegenüber dem Vorjahr um 18,6 Millionen Euro gesteigert werden und lagen bei 418,2 Millionen Euro. Die Erlöse aus Krankenhausleistungen stiegen – ohne Corona-Ausgleichszahlungen und Ganzjahresausgleich – um 10,3 Millionen Euro. Insgesamt 25,6 Millionen Euro erhielt Regiomed an Ausgleichszahlungen, etwa 10 Millionen Euro weniger als noch im Vorjahr.
Die Risikovorsorge (Rückstellungen und Forderungsausfallrisiken) konnte um 3 Millionen Euro erhöht werden. Der Personalaufwand stieg um 12,8 Millionen Euro und lag 2021 bei 266,5 Millionen Euro (Vorjahr: 253,7 Millionen Euro). 93 Millionen Euro verschlang der Materialaufwand 2021 auf(Vorjahr: 91,9 Millionen Euro), die Abschreibungen kletterten von 16,8 Millionen Euro auf 17,1 Millionen Euro.
Stand Klinikneubau Coburg
2021 konnte das Neubauvorhaben Klinikum Coburg 2021 entscheidend vorangetrieben werden. Die aktuelle Baukostenschätzung liegt bei 430 Millionen Euro. Die förderfähigen Kosten betragen 328 Millionen Euro, 76 Prozent der Baukosten und 24 Prozent Eigenanteil. „Wir sind zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr die Zusage für den Neubau bekommen und in das Bayerische Krankenhausbauprogramm aufgenommen werden. Die Entscheidung wird in den nächsten Monaten erwartet. Dies wäre für die gesamte Region und für die Regiomed-Kliniken ein medizinisches Leuchtturmprojekt“, so Hauptgeschäftsführer Schmidtke.
Regiomed-Kliniken wollen sich strategisch neu aufstellen
Dennoch ist das Ziel der strategischen Neuausrichtung der Regiomed-Kliniken noch nicht erreicht. Themen wie Digitalisierung, Fachkräftemangel, Umsetzung der Medizinstrategie 2030 und Ambulantisierung werden den Gesundheitskonzern auch in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen. „Wir werden die Digitalisierung weiter vorantreiben. Heute noch wenden wir viel zu viel Arbeitszeit für Dokumentation auf, die mit digitalen Lösungen effizienter zu tätigen ist. Zudem können wir eine medizinische Exzellenz nur dann erreichen, wenn wir die modernste Medizintechnik in unseren Einrichtungen nutzen und die Technik insgesamt auf dem neuesten Stand halten. Aus diesem Grund haben wir ein europaweites Vergabeverfahren für eine Innovationspartnerschaft mit der Industrie ausgeschrieben. Die Entscheidung hierzu soll im dritten Quartal getroffen werden“, erläutert Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke.
Im Rahmen des Sanierungskurses wurden bereits 17 Millionen Euro an ergebnisverbessernden Maßnahmen umgesetzt. Weiter konnten bis zum Jahr 2025 240 Maßnahmen mit einem Volumen von über 28 Millionen Euro identifiziert werden, welche den Gesundheitsverbund stabilisieren sollen.





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