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Die Künstliche Intelligenz wird uns alle ersetzen!

So oder so ähnlich klingen die Bedenken gegenüber digitalen Lösungen. Dahinter steckt oftmals die „German Angst“. Eine adäquate Therapie wird aktuell noch gesucht.

Timo Frank, Vorstandsvorsitzender bei Hashtag Gesundheit e.V.

Der Begriff German Angst umschreibt die zögerlichen Verhaltensweisen der deutschen Bevölkerung. Deutsche gelten in Bezug auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen als sehr vorsichtig. Offensichtlich macht diese Angst auch keinen Halt vor der Digitalisierung. Aus dem Dunstkreis der Digitalisierung schürt zurzeit vor allem ein Begriff viele Ängste: Die Künstliche Intelligenz. Sie soll auch die Medizin von Grund auf verändern. Natürlich zum Positiven. Doch nicht alle sehen das so. So wird der KI wird unter anderem nachgesagt, dass durch sie Arbeitsplätze im Gesundheitswesen rationalisiert würden. Werden ganze Berufsbilder ersetzbar? Ein Horrorszenario für viele Interessengruppen. Vor allem diejenigen, die an alten Strukturen festhalten.  

Nicht überall wo Künstliche Intelligenz draufsteht, ist auch Künstliche Intelligenz drin

Der Begriff ist unlängst zum Buzzword mutiert. Schon mal darauf geachtet? Es gibt keinen Kongress mehr ohne Vortrag zum Thema Künstliche Intelligenz. Man könnte meinen, wir brauchen bald keine Analoge Intelligenz mehr. Dabei wird der Begriff KI häufig mit anderen Begriffen aus dem Themenbereich Digitalisierung in einen Topf geworfen. Nicht hinter jeder Automatisierung oder Prozessverbesserung steckt eine Künstliche Intelligenz. Dennoch steht außer Frage, dass die potentiellen Anwendungsgebiete große Potentiale bieten. Ja, manchmal auch aus ökonomischer Sicht. Aber noch viel wichtiger: Vor allem aber aus Sicht der Versorgungsqualität – zum Beispiel im Bereich der Personalisierung von Prävention, Diagnostik und Behandlung.  

Die ______ blockieren Innovationen!

Je nachdem wen man fragt, könnte in diesen Platzhalter jede x-beliebige Interessengruppe im Gesundheitswesen eingefügt werden. Ich persönliche höre nicht selten, dass bestimmte Personen oder Gruppen als Innovationsblocker bezeichnet werden: Politiker, Krankenkassen, Ärzte – um nur drei zu nennen. Die Politik macht keine (oder die falschen) Gesetze, die Krankenkassen zahlen nicht (oder zu wenig) und die Ärzteschaft will sie nicht nutzen. Die gegenseitigen Anschuldigungen führen im Ergebnis dazu, dass sich die streitenden Parteien voneinander entfernen. Die Diskussion erstickt im Keim. Keine Innovation.  

Moral statt Angst

Im Kern können Argumente gegen die Künstliche Intelligenz auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden: Die German Angst. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz ist diese Angst auch vollkommen nachvollziehbar. Allerdings bringt sie uns nicht weiter. Eine Ethikleitlinie, wie sie diese Woche von der EU-Kommission vorangetrieben wird, könnte zwar Abhilfe schaffen. Darüber hinaus sollten wir aber vor allem eine Sache tun: Aufhören, Ängste zu schüren.

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  • Künstliche Intelligenz
  • German Angst
  • Digitalisierung

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