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Der kma Entscheider-Blog

kma Entscheider BlogDie Top 3 To-dos für Klinikgeschäftsführer in 2022

Das neue Jahr 2022 bringt für Kliniken einige wichtige Herausforderungen mit sich, die Geschäftsführende mit hoher Priorität angehen müssen. Ein Blick auf die Top 3 To-dos zeigt, was auf der Agenda dieses Jahr steht.

Manuel Heurich
BinDoc

Manuel Heurich, Gründer und Geschäftsführer der BinDoc GmbH und Dozent an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Ambulant operative Prozeduren
BinDoc Analytics

Abbildung 1: Anteil der ambulanten Prozeduren an der Gesamtanzahl der operativen Eingriffe je Bundesland in Deutschland

Top 1: Patientenakquise

Bereits vor der Corona-Krise war der stationäre Markt kein Wachstumsmarkt mehr. Die DRG-Fallzahlen sind seit dem Jahr 2017 rückläufig und in den Jahren 2020 und 2021 krisenbedingt massiv eingebrochen. Der Wettbewerb um die Patienten nimmt weiter zu und viele Kliniken stehen vor der großen Herausforderung ihre Bettenkapazität im Jahr 2022 auslasten zu können, um nicht in die Notlage zu kommen Ressourcen abbauen zu müssen.

Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Patientenakquise ist ein funktionierendes Einweiser-Management. Die zunehmende Digitalisierung versetzt Patient*innen zwar immer stärker in die Lage, sich selbst fundiert über Kliniken und deren Leistungsspektrum zu informieren. Nichtsdestotrotz spielen die Empfehlungen der niedergelassenen Ärzt*innen immer noch eine zentrale Rolle für Patient*innen.

Ein qualitativ hochwertiges Einweiser-Management muss den Kliniken zum einen eine umfassende Transparenz über die Zuweiser und nicht Zuweiser für einzelne Fachbereiche und Indikationsgebiete geben. Zum anderen sollten Kliniken auch in der Lage sein, den niedergelassenen Ärzt*innen die Qualität ihrer Fachbereiche und Leistungsgebiete objektiv, schnell und digital bereitstellen zu können. Hierzu müssen Kliniken in analytische Tools investieren, die ein professionelles Einweiser-Management unterstützen. Insbesondere die Chefärzt*innen sollten dazu befähigt werden, ihre hohe Qualität valide und unter zugrunde Legung von Benchmarks darstellen zu können.

Ein weiterer Baustein für die Patienten ist die medizinisch-technische Ausstattung der Kliniken. Patient*innen erwarten vor allem bei elektiven Eingriffen eine hochwertige technologische Ausstattung in den Bereichen Diagnostik und Therapie. Hier sind gezielte Investitionen erforderlich, um die Kernkompetenzen der eigenen Klinik im Wettbewerbsumfeld zu stärken.

Top 2: Gezielte Vorbereitung auf die Ambulantisierung

Die jüngsten Erkenntnisse aus dem Koalitionsvertrag haben ausdrücklich bestätigt,dass die Ampel-Parteien speziell den Themen Ambulantisierung, sektorenübergreifende Versorgung und Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems volle Aufmerksamkeit schenken werden. Abbildung 1 zeigt den Anteil der ambulanten Prozeduren an der Gesamtanzahl der operativen Eingriffe je Bundesland in Deutschland. Hieraus ist ersichtlich, dass die Ambulantisierung in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich weit fortgeschritten ist.

Die wichtigste Voraussetzung ist Transparenz hinsichtlich des eigenen Leistungsgeschehens in der Klinik. Wie hoch ist der Anteil von ambulant sensitiven Leistungen im Verhältnis zur Gesamtfallzahl? Eine derartige Analyse gibt bereits einen guten Aufschluss über die Risiken, die durch eine Veränderung der Vergütungssystematik einhergehen können. Im zweiten Schritt können Konzepte für einzelne Indikationsgebiete und Fachabteilungen erarbeitet werden, wie die Strukturen und Prozesse angepasst werden können.

Top 3: Sicherheit und Qualität

Sicherheit ist ein Begriff, der es selten auf die Top-Agenda der Führungsebene schafft. In der Corona-Situation und auch nach Abflachen der Pandemie wird der Sicherheitsgedanken weiterhin eine große Rolle bei den Patient*innen spielen. Prävention ist deshalb ein sehr wichtiges Stichwort, die Kliniken zum Beispiel im Bereich der nosokomialen Infektionen betreiben sollten. Das Risiko für Patient*innen sich während des Klinikaufenthaltes eine Infektion einzufangen, sollte auf ein Minimum reduziert werden. Auch hier sind Investitionen in analytische Tools, welche Prozessschwachstellen in den Kliniken aufdecken und zu einer Verbesserung beitragen können, zentral.

Das führt folgerichtig zu einer höheren Qualität, verringert das Risiko von Komplikationen und unnötig langen Krankenhausaufenthalten von Patient*innen. Die Messung der Qualität sollte darüber hinaus in jedes Regelberichtswesen nicht nur für Mediziner*innen, sondern auch für das Management integriert werden. Die Erreichung von Mindestmengen, die unter anderen durch höhere Spezialisierungsgrade in Krankenhäusern erreicht werden können, ist hier nur eine von vielen möglichen Kennzahlen. An dieser Stelle schließt sich der Kreis der Top 3 To-dos, die sich bei optimaler Umsetzung positiv bedingen.

Zusammenfassung

Das Krankenhausmanagement unterliegt einem stetigen Wandel. Die Top-Agenda Punkte müssen an diesen Wandel angepasst werden. Wer die skizzierten Top 3 To-dos systematisch bearbeitet, hat einen großen Teil seiner Hausaufgaben für 2022 bereits gemacht.

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