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Digitale Versorgung Gesetz - Was bringt die App auf Rezept?

Das Bundesgesundheitsministerium drückt weiter aufs Gas: Dank des neuen Gesetzes zur Digitalen Versorgung sollen bald auch Apps in die Regelversorgung aufgenommen werden können.

Christian Krohne, freiberuflicher Politik- und PR-Berater und Mitglied bei Hashtag Gesundheit e.V.

Der Hauptstadtkongress stand mit seinem Motto „Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung, Gesundheitsberufe in Zeiten des digitalen Wandels“ in diesem Jahr sogar noch mehr als in den Jahren zuvor im Zeichen der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Das hat nicht nur mit der Entwicklung der Branche zu tun, sondern auch damit, dass das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Jens Spahn derzeit viel Tempo macht, damit wir in absehbarer Zeit und vielen Jahren des Wartens endlich Zugriff auf elektronische Patientenakte, E-Rezept und Co. bekommen.  

Das machte der Bundesgesundheitsminister auch bei seiner Eröffnungsrede deutlich, in welcher er die immense Bedeutung der Digitalisierung von immer mehr Bereichen der medizinischen Versorgung und der Pflege betonte. Dazu gehört auch, dass Apps in die Regelversorgung aufgenommen werden können, wie es bereits einige Tage zuvor im Referentenentwurf zum „Digitale Versorgung Gesetz“ zu lesen war.  

Apps werden auf Dauer ein Bestandteil der Regelversorgung sein

Genau darum ging es auf dem HSK im Panel „Telemedizin, Apps & Co – Brauchen wir eine Fastlane in die Regelversorgung?“, bei der Ulrike Elsner (Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e.V.), Dr. Markus Müschenich (Co-Founder und Managing Partner des Startup-Inkubators Flying Health), Prof. Dr. Stefan Sauerland (IQWiG) und Nora Blum (Gründerin und CEO von Selfapy) im Panel diskutierten. Alle Beteiligten waren sich dabei einig, dass Apps auf Dauer ein Bestandteil der Regelversorgung sein werden und dies auch sehr sinnvoll ist. Angebote wie zum Beispiel Selfapy bilden eine hervorragende Ergänzung zu Versorgungslücken, etwa in der psychotherapeutischen Versorgung, und können Patienten dabei helfen, Wartezeiten zu überbrücken, bis die Behandlung bei einem Psychiater oder Psychologen erfolgen kann.

Zu klären sind allerdings die Frage nach den Voraussetzungen für Aufnahme telemedizinischer Leistungen und Apps in die Regelversorgung und natürlich auch das Tempo, in welchem Zulassungen erteilt werden sollen. Auch der Datenschutz – ein vermeintlich deutsches Lieblingsthema – wird bei der Integration digitaler Geschäfts- und Versorgungsmodelle in das Gesundheitswesen noch eine tragende Rolle spielen. Mittlerweile geht es nämlich nicht nur darum, dass der Datenschutz und die Datensicherheit technisch gewährleistet werden, sondern auch, dass rechtliche Schlupflöcher umgangen werden: in den USA bezahlen die ersten Unternehmen ihre Nutzer dafür, dass sie ihre Daten abgeben.  

Es ist also einiges zu tun bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens – gut, dass die Politik mittlerweile anpackt.

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