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Der kma Entscheider-Blog

kma Entscheider BlogHeterogenen Teams gehört die Zukunft

Homogene Teams haben im Gesundheitswesen bald ausgedient. Kliniken müssen sich personell diverser aufstellen. Welche Vorteile das für das einzelne Krankenhaus hat und was das für den Führungsalltag bedeutet, erfahren Sie hier.

ID-Native GmbH

Tanja Heiß ist Geschäftsführerin der ID-NATIVE GmbH in Goldbach und Co-Gründerin von Hashtag Gesundheit e.V.

Vorteile heterogener Teams

Wer immer mit den gleichen Parametern in einer Gleichung arbeitet, der erhält auch immer die gleichen Ergebnisse. Möchte sich eine Organisation weiterentwickeln, benötigt sie frische Impulse fürs Team. Grundsätzlich bringen Mitarbeitende unterschiedliche Erfahrungen und Persönlichkeiten ein. Sind diese ausgewogen im Team verteilt, können sich die einzelnen Stärken und Schwächen optimal ergänzen und ausgleichen. Auch im Umgang mit Patient*innen und den Angehörigen ist es hilfreich, unterschiedliche Charaktere im Team zu haben. Die Rollenverteilung im Team erfolgt dann nach den individuellen Stärken der einzelnen Mitarbeitenden.

Gemeinsam kann das Team bestehende Prozesse hinterfragen und Probleme konstruktiv lösen. Und auch wenn es hin und wieder zu Konflikten kommen kann, ist die Reibung, die dabei entsteht, nützlich um das Team weiterzuentwickeln.

Diverse Teams – eine Herausforderung für Führungskräfte

Ein heterogenes Team zu führen, ist für jede Führungskraft anspruchsvoll. Während sich einzelne Teammitglieder mehr Nähe und Interaktion wünschen, schätzen andere ruhiges und distanzierteres Arbeiten. Es muss also zunächst eine Wertschätzungskultur etabliert werden, in denen das Team eine Offenheit und Sensibilität für die unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickelt. Auch hilft es Führungskräften, wenn sie durch Methoden wie etwa dem Riemann-Thomann-Modell Klarheit über die verschiedenen Bedürfnisse der Mitarbeitenden bekommen. So fällt das Einstellen auf die individuellen Wünsche leichter. Gleichzeitig sollte jede Führungskraft nach einer festen Wertekultur agieren, an der sich alle Mitarbeitenden orientieren können.

Gezielte Zusammenstellung

Wie findet man nun ein gut aufeinander abgestimmtes, heterogenes Team? Hier bedarf es zuallererst einem konsequenten: Ja, ich will. Häufig neigen Führungskräfte dazu eher Mitarbeitende einzustellen, die ihnen charakterlich ähnlich sind, denn Gemeinsamkeiten haben etwas Verbindendes.

Um herauszufinden, welches Verhalten oder Motivatoren Mitarbeitende zeigen beziehungsweise besitzen, können personaldiagnostische Instrumente genutzt werden. Wenn es um die Einstellung von Führungskräften geht, sollte außerdem die emotionale Intelligenz eine Rolle spielen. Diese gibt beispielsweise eine evidenzbasierte Aussage über die Motivation, die Selbstwahrnehmung und -regulierung von Kandidaten. Es ist dann an den Führungskräften, gezielt anhand der Arbeitsumgebung und des Stellenprofils Mitarbeitende auswählen, die die Teamstruktur optimal ergänzen.

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