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kma Entscheider BlogWie Führungskräfte dem Corona-Stress erfolgreich begegnen

Die Corona-Belastungen halten sich weiter auf hohem Niveau. Zu den Covid-19-Patienten kommen Quarantäne und Isolation von Klinikpersonal hinzu. Wie kann psychischen Belastungen von Führungskräften und Mitarbeitenden begegnet bzw. sie vermieden werden?

ID-Native GmbH

Tanja Heiß ist Geschäftsführerin der ID-NATIVE GmbH in Goldbach und Co-Gründerin von Hashtag Gesundheit e.V.

5 A’s gegen psychische Belastungen

Schon seit vielen Jahren stehen die Teams im Krankenhaus unter hohem Druck. Der Pflegenotstand tat sein Übriges, wobei die Corona-Pandemie leider neue Negativ-Maßstäbe gesetzt hat. Damit diese Mitarbeitenden nicht als tragende Säule in der Versorgung wegbrechen, sind Führungskräfte stärker als bisher gefragt. Nicht nur, was die Situation in ihren Teams betrifft …

Achtsamkeit

Mehr denn je müssen Teamleitungen aufmerksam gegenüber Anzeichen für Frust, Erschöpfung und Erkrankungen sein. Besser: einmal zu viel nachgefragt als einmal zu wenig. Arbeitgeber-Fürsorge heißt immer wieder die Nähe der Mitarbeitenden zu suchen und offen über die Belastungen sprechen. Für sich selbst hilft die tägliche Beobachtung. Haben Sie noch genug Energie für Routineaufgaben? In welchen Momenten haben Sie das Gefühl, der Situation nicht gewachsen zu sein?

Annahme

Anstatt sich selbst zusätzlich unter Druck zu setzen und in Abwehrhaltung zu gehen, hilft die Annahme der Situation. Sich und dem Team die Umstände bewusst zu machen und zu akzeptieren, dass Körper und Geist Belastungsgrenzen haben, durchbricht den Strudel. Auf keinen Fall sollten Sie jetzt in Frust verfallen und sich ständig fragen „Warum funktioniere ich nicht?“. Versuchen Sie vor allem die Dinge anzunehmen, die Sie nicht beeinflussen können und leben Sie diese Denkweise auch Ihren Mitarbeitenden vor.

Affirmation

Fragen Sie sich, ob Sie dem Stress irgendetwas Positives abgewinnen können. Konzentrieren Sie sich immer wieder auf die guten Momente des Tages und seien Sie dankbar für die Dinge, die gelungen sind. Eine abendliche Reflektion kann dabei helfen. Natürlich wird die Belastung dadurch nicht weniger, aber Ihr Fokus verändert sich: weg von den negativen Einflüssen hin zu positiven, kraftspendenden Gedanken.

Austausch

Kehren Sie unangenehme Situationen nicht unsensibel unter den Tisch oder haben Sie Angst Schwäche zuzugeben. Auch Ihr Team sollte das Vertrauen haben, offen das Gespräch zu suchen. Schaffen Sie dafür einen zusätzlichen Rahmen. Beispielsweise in Stationsmeetings lassen sich täglich fünf bis zehn Minuten integrieren, in denen Sie offen mit dem Team sprechen können. Und hier sollte jeder Mitarbeitende gefragt werden, auch Praktikanten, Studierende oder Auszubildende. Von der Reinigungskraft bis zur Chefetage: alle sind wichtig!

Auszeit

Das Auftanken muss Teil der Routine werden. Dazu gehören kleine und große Auszeiten. In der Mittagspause kurz zehn Minuten an der frischen Luft spazieren zu gehen, zu meditieren oder einen Podcast zu hören, lädt die Akkus wieder für einen kurzen Moment auf. Sprechen Sie im Team offen darüber, wie Urlaubs- und Ruhezeiten so gut wie möglich eingehalten werden können. Und wenn Sie sich selbst eine kurze Pause nehmen, verzichten Sie auf Smartphone und andere elektronische Medien, die Ihre Aufmerksamkeit fordern.

Den Rahmen ändern

Auch wenn zu befürchten ist, dass der Stress in den kommenden Wochen und Monaten nicht abnehmen wird und viele Ursachen für die Belastung im System nicht in Ihrer Hand liegen: ändern Sie den Rahmen. Im Coaching wird Re-Framing gerne genutzt, um die Sicht auf die persönliche Situation zu verändern. Dieser veränderte Fokus hilft dabei, die Annahme zu erleichtern oder mit Emotionen besser umgehen zu können. Arbeiten Sie an Themen, die Sie beeinflussen können und sorgen Sie dafür, dass das System, das Sie nicht beeinflussen können, Sie so wenig wie möglich triggert.

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