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Vom Krankenhaus-Mitarbeiter zum Markenbotschafter

Im starken Wettbewerb um Patienten und gutes Personal machen einzelne Mitarbeiter den entscheidenden Unterschied. Sie sind wichtige Multiplikatoren und die Säulen eines erfolgreichen Teams.

Tanja Heiß, Leitung Marketing und Vertrieb bei der Lenus GmbH und stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Hashtag Gesundheit e.V.

Nein, Markenbotschafter sind nicht nur die Influencer in YouTube oder Blogger unserer Zeit. Jedes Unternehmen und somit auch jedes Krankenhaus ist eine Marke, das seine eigenen Ziele verfolgt. In den seltensten Fällen dringen diese Ziele aus den Entscheidungsgremien bis zu den einzelnen Mitarbeitern durch – verschenktes Potential. Denn jeder Mitarbeiter, der sich mit seinem Arbeitsplatz und seinem Arbeitgeber identifiziert, die Werte und Philosophie weiterträgt, wird ganz automatisch zu einem Markenbotschafter. In der Theorie führt das schnell zu der Frage: Braucht’s das? Es ist schließlich schon schwierig genug, passende Bewerber für die vielen unbesetzten Stellen zu finden. Fachlich muss es passen, menschlich natürlich auch. Aber alles andere?

Identifikation, Motivation und positive Mund-zu-Mund-Propaganda

Der loyale und gut gelaunte Mitarbeiter wird bereits beim ersten Gang durchs Haus am Morgen seiner Rolle gerecht. Die freundliche Pflegekraft schwärmt von den Fähigkeiten des Chefarztes aus der Kardiologie. Eine kaufmännische Mitarbeiterin berichtet ihrer Auszubildenden, dass sie nach ihrem 15jährigen Firmenjubiläum noch viele weitere Jahre im Klinikum tätig bleiben will. Der Assistenzarzt erzählt begeistert beim Feierabendbier vom neuen da Vinci-OP-Robotersystem. All diese Gespräche und Handlungen sorgen für positive PR. Sie motivieren andere Menschen dazu, beim nächsten Mal ihren medizinischen Eingriff dort durchführen zu lassen, wo sie bereits so viel Positives gehört haben.

Auf Bewerber wirkt diese authentische und offene Kommunikation übrigens wie Honig auf Fliegen. Jeder möchte ebenfalls Teil dieses Teams werden. Harte Arbeit erwartet uns schließlich überall – aber Wertschätzung und ein Management, bei dem der Mitarbeiter im Fokus steht, leider nur sehr selten.

Auch Mitarbeiter sind Kunden

Die Theorien X und Y nach Douglas McGregor beschreiben den Wandel in der Führungskultur sehr gut. Bereits 1960 formulierte er nach einer Befragung „Was glauben Sie, was Menschen motiviert?“ am Massachusetts Institute of Technology (MIT) zwei Arten von Menschenbildern. Nach der Theorie X ist der Mensch faul und benötigt starke Anreize. Für die Führung bedeutet das eine starke Hierarchie, viel Struktur sowie Kontrolle und Mitarbeiter, die dem Management dienen.

Im Gegensatz dazu steht die Theorie Y, der zufolge Menschen etwas zum großen Ganzen beitragen möchten. Sie sind also intrinsisch motiviert. Die Führungskraft dient dabei dem Mitarbeiter und hat die Aufgabe, ihn zu unterstützen, seine Talente und Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihm einen Sinn zu geben. Es gilt also, den Mitarbeiter als Kunden zu sehen. Das mag uns im Krankenhaus-Alltag bei all dem Zeit- und Wirtschaftsdruck oft schwerfallen. Damit Mitarbeiter zu Markenbotschaftern werden, steht also die Identifikation mit ihrem Arbeitgeber im Vordergrund. Dies gelingt vor allem über die Sinngebung und eine dienende Führung. Aus dieser Umgebung heraus entwickeln Mitarbeiter eine selbstverantwortliche Arbeitsweise und wachsen über sich hinaus. Das motiviert und beflügelt. Der Markenbotschafter ist geboren.

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