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kma Entscheider BlogWann trifft die Energiepreisexplosion das Gesundheitswesen?

Damit verteuern sich in viel kürzeren Zyklen alle Produkte und Dienstleistungen, die im Versorgungsprozess benötigt werden. Für Leistungserbringer könnte das mit deutlichen Preissprüngen verbunden sein, die kurzfristig nicht kompensiert werden und zu drastischen Kostensteigerungen führen. Jeder Krankenhausmanager weiß, was es bedeutet, wenn die kalkulierten Relativgewichte auf der Kostengrundlage des Vorjahres nicht die heutigen Kosten abdecken.

Investitionen in Energieeffizienz dringend notwendig

Das KHZG war ein erster Schritt der Politik, die jahrelang unzureichenden Investitionsmittel in die Klinikinfrastruktur auszugleichen. Die unzureichende Digitalisierung ist jedoch nur ein Aspekt der vergangenen Investitionsmisere. Auch die Gebäudeinfrastruktur, insbesondere im Hinblick auf energetische Sanierung, konnte nicht hinreichend erneuert werden.

Die Politik sollte daher ein Krankenhaus-Energieeffizienz-Gesetz auflegen, um zusätzliche Mittel in entsprechende Maßnahmen zu lenken. Für die neue Ampel-Koalition könnte dieses Thema ein idealer und leicht umsetzbarer Beitrag zum Klimaschutz sein. Einige Gedanken zur Abschöpfung von Investitionsmitteln aus dem European Green Deal wurden bereits vor einem Jahr an dieser Stelle formuliert.

In jedem Fall sollten Leistungserbringer jedoch nicht darauf warten, bis die Politik mit einem Investitionsprogramm um die Ecke kommt. Eigene Investitionsinitiativen sind gefragt. Es gibt noch eine Fülle anderer Fördermaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz oder sonstige Contracting-Modelle mit Energiedienstleistern. Auch wenn die Kostensprünge sich heute noch nicht deutlich in den Gewinn- und Verlustrechnungen von ambulanten Pflegediensten, Kliniken oder Pflegeheimen zeigen, sollten vorbereitende Maßnahmen zügig in die Wege geleitet werden.

Die wirtschaftliche Tragfähigkeit vieler deutschen Kliniken ist bereits am Limit. Corona-bereinigt dürften bereits heute viele Kliniken existenzbedroht sein. Der Energiepreisschock kommt als zusätzliche Last hinzu, die im laufenden Jahrzehnt nicht unterschätzt werden darf. Die Politik und die Gesellschaft treiben die Energiewende und die Einhaltung der Klimaziele weiter voran und müssen für hinreichend gute Rahmenbedingungen in der Gesundheitsversorgung sorgen. Für die Politik heißt das konkret, mehr Investitionsmittel für Energieeffizienz-Maßnahmen. Für die Gesellschaft höhere Beiträge oder Steuern zur Finanzierung der Gesundheitsleistungen. Die Debatte darüber sollte besser heute als morgen beginnen!

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