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Podcast Medizin und RechtWieso brauchen Healthcare Startups rechtliche Beratung?

Bei der Gründung eines Healthcare Startups gibt es auch von rechtlicher Seite einiges zu beachten. In unserer neuen Podcast-Folge von Medizin und Recht klären unsere Fachanwälte, wann für junge Unternehmen der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich rechtlich beraten zu lassen.

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Alexandra Jorzig, Frank Sarangi und Dr. Lars Blady im Podcast "Medizin und Recht".

Titelbild Podcast 4:3
Jorzig Rechtsanwälte

Prof. Dr. Alexandra Jorzig, Frank Sarangi und Dr. Lars Blady im Podcast "Medizin und Recht".

Dr. Lars Blady: Thema dieses Podcasts sind Healthcare Startups. Oft wird eine tolle Idee entwickelt, der Gründungsprozess läuft, erste Geschäfte sind bereits gemacht und am Ende fällt einem dann ein: Mensch, ist muss das ganze ja auch mal rechtlich prüfen lassen! Ist dieser Zeitpunkt für die rechtliche Prüfung nicht eigentlich zu spät?  

Prof. Dr. Alexandra Jorzig: Idealerweise setzt man sehr früh mit der rechtlichen Beratung an, damit man nicht in die falsche Richtung läuft, denn es sind ja so vielfältige mögliche Rechtsprobleme beinhaltet, sodass man schon von Anfang an auf den richtigen Pfad setzen sollte. Das kann ganz zu Anfang eigentlich relativ schnelle Beratung sein, damit man den richtigen Weg einschlägt, denn es sind vielfältige Bereiche betroffen - z. B. das Medizinprodukterecht, das ärztliche Berufsrecht, das Heilpraktikergesetz usw.  

Dr. Lars Blady: Frank Sarangi, gibt’s vielleicht ein Beispiel für eine Beratung, bei der ihr gesagt habt, die Rechtsberatung hier für das Startup kommt eigentlich zu spät?  

Frank Sarangi: Es gibt eine Anekdote aus der Vergangenheit: Wir haben vor geraumer Zeit einen Businessangel vertreten, der eine Idee hatte, der Investoren an Bord hatte, der sein Konzept stehen hatte und der am Ende der Planung dann die Rechtsprüfung in Auftrag gegeben hat. Wir haben festgestellt, dass dieses Produkt so nicht vollständig umsetzbar ist, weil es an einer Stelle des Produktzyklus mit einem Arztvorbehalt kollidiert ist. Wir konnten das Problem lösen und das Produkt erfolgreich am Markt für den Unternehmer platzieren.  

Dr. Lars Blady: Das eine ist das Recht, dass andere ist das Geld. Wir haben jetzt ja einen Regierungsentwurf vorliegen zum Digitalen Versorgungsgesetz. Stichwort Geld: Ergeben sich daraus denn neue Finanzierungsmöglichkeiten für Healthcare Startups?  

Frank Sarangi: Die gibt es in der Tat. Es gibt eine so genannte Innovationsförderung durch Krankenkassen - das bedeutet konkret, dass Krankenkassen mit MPG-Herstellern, mit Startups, mit Leistungserbringern, mit Forschungseinrichtungen etc. kooperieren können. Und Krankenkassen können bis zu 2 % ihrer Finanzreserven einsetzen, um Startups zu entwickeln und zu platzieren. Es gibt eine Kapitalbindungsdauer von 10 Jahren, und die Krankenkasse kann streng genommen ein Startup damit beauftragen, ein digitales Medizinprodukt zu entwickeln und es auf den Markt zu bringen.  

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