
In Bayern ist das neue Patientenportal „Mein Krankenhaus.digital“ (MK.D) gestartet: Dieses ermögliche einen sicheren und einfachen Austausch zwischen Krankenhaus und Patient, teilt das bayerische Gesundheitsministerium mit. „Die Kommunikation zwischen Patienten, Ärzten und Pflegekräften wird durch das neue Portal erheblich erleichtert. Das beginnt bei der Terminbuchung und dem Dokumentenaustausch, umfasst Fragen rund um den geplanten Klinikaufenthalt und reicht bis zur Anschlussbehandlung“, erklärt Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU).
Einige Krankenhäuser – darunter das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau, an dem das Portal kürzlich vorgestellt wurde – setzen das Tool bereits ein. Seit Dezember nutzen Patientinnen und Patienten der ersten Häuser das Portal zur Terminbuchung und digitalen Kommunikation mit ihrer Klinik –mit positiver Resonanz, heißt es von den Betreibern. Mit der Vorstellung am Klinikum Aschaffenburg-Alzenau trete die Plattform nun offiziell in die Betriebsphase ein.
Mehr Transparenz für Patientinnen und Patienten
Ein zentrales Element von „Mein‑Krankenhaus.digital“ ist der direkte Zugriff auf medizinische Unterlagen. Patientinnen und Patienten können unter anderem Arztbriefe, Befunde oder Medikationspläne digital einsehen. Ergänzt wird das Angebot durch digitale Formulare und die Möglichkeit, die stationäre Aufnahme bereits von zuhause vorzubereiten. Der Wegfall von Wartezeiten und Telefonaten soll nicht nur den Komfort für die Patienten erhöhen, sondern auch den Klinikbetrieb spürbar entlasten.
„Das Patientenportal ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir die Digitalisierung der Krankenhäuser ernst nehmen. Entscheidend ist, dass die Menschen einen konkreten Nutzen erleben und sehen, dass ihr Krankenhaus medizinisch und technisch auf der Höhe der Zeit ist“, erklärt Gerlach.
Größtes genossenschaftliches Digitalprojekt
Hinter dem Portal steht ein überregionaler Zusammenschluss von 75 Trägern an 147 Krankenhausstandorten bundesweit, davon 126 in Bayern. Gemeinsam mit der KIG (Klinik IT eG) wurde die Plattform als genossenschaftliches Digitalprojekt aufgebaut. „Dass das größte genossenschaftliche Digitalprojekt im deutschen Krankenhaussektor in Bayern entstanden ist, ist Ausdruck unserer starken kommunalen Krankenhauslandschaft“, so Gerlach.
Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln des Krankenhauszukunftsfonds (KHZF). Für die Digitalisierung der bayerischen Plankrankenhäuser standen insgesamt rund 590 Millionen Euro zur Verfügung. Der Freistaat Bayern übernahm dabei die vollständige Kofinanzierung in Höhe von 180 Millionen Euro.
Grundlage für weitere Vernetzung
Nach Einschätzung der Ministerin erfüllt das Projekt ein zentrales Ziel der Förderpolitik: Nachhaltigkeit durch gemeinsame Strukturen. „Förderprogramme sind dann erfolgreich, wenn keine Insellösungen entstehen, sondern Plattformen, auf die weitere Häuser aufsetzen können“, sagte Gerlach. Mit dem Patientenportal werde zugleich die Grundlage für die Anbindung weiterer Leistungserbringer sowie für eine bessere Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor geschaffen.










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