
Die wirtschaftliche Lage von Bayerns Kliniken hat sich im Schnitt etwas verbessert. Entwarnung könne aber keineswegs gegeben werden, erklärte die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) bei der Vorstellung einer Umfrage unter ihren Mitgliedern. Im aktuellen Krankenhaustrend 2026 gaben 66 Prozent der befragten Kliniken an, dass sie fürs laufende Jahr Verluste erwarten. „Die Botschaft unserer diesjährigen Umfrage ist eindeutig“, so die BKG-Vorsitzende, Kitzingens Landrätin Tamara Bischof (Freie Wähler).
An der Umfrage nahmen 155 Krankenhausträger teil, sie verfügen über 44,5 Prozent aller Klinikbetten in Bayern. Im Vorjahr hatten noch 72 Prozent der Kliniken ein Defizit in der Bilanz, zwei Jahre zuvor waren es 75 Prozent.
Die Bundesregierung habe den Kliniken zwar einen befristeten Zuschuss gewährt, um höhere Ausgaben teilweise auszugleichen, sagte Bischof. Doch weil diese Hilfe bald auslaufe, bleibe die Lage „sehr besorgniserregend“. Viele Landkreise und Städte müssten weiterhin Millionensummen aus Steuermitteln aufwenden, um für die Verluste ihrer Kliniken einzuspringen.
Zusätzlichen Druck erwartet BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen durch die Maßnahmen, mit denen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen stabilisieren will. Wenn die Vorschläge umgesetzt werden, die die von der Bundesregierung eingesetzte Finanzkommission vorgelegt hat, könnte den bayerischen Kliniken rund eine Milliarde ihrer Gesamteinnahmen verloren gehen. Diese summieren sich derzeit auf rund 16 Milliarden, so Engehausen.
Aus Sicht der BKG sei eine ehrlichere Politik erforderlich. Es dürfe künftig bei gesetzlichen Sparmaßnahmen und Strukturreformen im Krankenhausbereich gegenüber Bürgerinnen und Bürgern nicht länger so getan werden, als ob damit keinerlei Versorgungseinschnitte verbunden wären, heißt es in einer Mitteilung.
Den Krankenhaustrend 2026 gibt es hier zum Download.









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