
Dem kommunalen Klinikverbund des Klinikums Chemnitz und das Diakomed-Diakoniekrankenhaus Chemnitzer Land steht nichts mehr im Wege: Die beiden Häuser haben nun den Verbundvertrag unterzeichnet. Auch die Gesellschafter der Stadtmission sowie die Städte Burgstädt und Limbach-Oberfrohna tragen die Vereinbarung mit. Der Start der Zusammenarbeit ist für den 1. Februar vorgesehen.
Die finale Zustimmung hängt noch von der Verabschiedung des sächsischen Krankenhausplans und der Bewilligung des Transformationsfonds durch das Sozialministerium ab.
Bereits im Dezember 2025 hatte die Stadt Chemnitz als Gesellschaftervertreter einer 80-Prozent-Beteiligung des Klinikums Chemnitz am Diakomed zugestimmt. Mit dem Vertragsschluss legen die Partner nun den Grundstein für einen Klinikverbund, der auf langfristige Stabilität setzt: Die Versorgung soll gestärkt, Spezialisierungen ausgebaut und wirtschaftliche Synergien genutzt werden.
Reformdruck und Demografie als Treiber
Südwestsachsen steht wie viele Regionen in Deutschland vor erheblichen Herausforderungen: demografischer Wandel, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Druck im Gesundheitswesen. Das neue Verbundkonzept soll diesen Trends begegnen – mit klaren Leistungsschwerpunkten, Effizienzgewinnen und dem Abbau redundanter Angebote.
Durch die Bündelung von Leistungen bei erfahrenen Zentren soll die Versorgungsqualität steigen. Gleichzeitig betonen beide Partner, dass insbesondere patientennahe Mitarbeitende an beiden Standorten langfristig gehalten werden sollen.
Kardiologie und Gefäßchirurgie nach Chemnitz
Die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung ist bis 2027 geplant. Im Fokus steht eine deutliche Strukturveränderung:
- Verlagerung nach Chemnitz
- invasive Kardiologie
- (Tele-)Stroke Unit
- Gefäßchirurgie
Diese Bereiche sollen künftig in den hochspezialisierten Abteilungen des Maximalversorgers gebündelt werden.
- Hartmannsdorf als Spezialstandort
- Ausbau elektiver orthopädischer Eingriffe
- Konzentration der akutgeriatrischen Versorgung
Auch die Notfallversorgung wird unter Berücksichtigung möglicher gesetzlicher Änderungen neu konzipiert.
Beide Standorte sollen damit wirtschaftlich stabilisiert und medizinisch weiterentwickelt werden – mit klarer Rollenverteilung zwischen Maximalversorger und elektivem Spezialhaus.
Martin Jonas, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Chemnitz, bezeichnet die Beteiligung als „strategisch und medizinisch sinnvolle sowie notwendige Maßnahme“, um Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit gleichermaßen zu stärken. Die Vertragsunterzeichnung sei ein „relevanter Schritt“ für die Region.








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