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KrankenhaussanierungMCB, Saarlouis, Salem – Das Insolvenz-Update

Mit dem Medizin Campus Bodensee, dem Krankenhaus Saarlouis vom DRK und dem Krankenhaus Salem hat dieser Tage gleich für mehrere insolvente Versorger das Hauptverfahren begonnen. Wie ist der Stand? Was sagen die Verantwortlichen?

Insolvenz
K. Oborny/Thieme
Symbolfoto

In Ravensburg war es am 1. Februar so weit. Da habe das zuständige Gericht für den Medizin Campus Bodensee (MCB) die Insolvenzverfahren eröffnet und zugleich erneut die Eigenverwaltung angeordnet, teilt der MCB mit. Zum Sachwalter wurde erneut Dr. Rainer Eckert bestellt, der die Verfahren bereits als vorläufiger Sachwalter begleitet hatte.

Wenige Tage zuvor hatte es schon geheißen, der Investorenprozess befinde sich in der Endrunde. Demnach habe „eine große Zahl von staatlichen, gemeinnützigen und privaten Klinikbetreibern“ ihr ernsthaftes Interesse erklärt, den MCB zu übernehmen. Lokalen Medienberichten zufolge sollen es sieben Kaufinteressenten sein, unter ihnen insbesondere, wie schon berichtet, die Oberschwabenklinik.

Das hohe Interesse von Investoren zeigt die hohe Attraktivität des MCB.

Mit allen werde bereits verhandelt, über den genauen künftigen Kurs des MCB seien zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch keine Aussagen möglich, heißt es in der jüngsten Mitteilung. Die weitere Entwicklung der beiden Kliniken in Friedrichshafen und Tettnang hänge vom Zukunftskonzept des jeweiligen Erwerbers ab.

„Das hohe Interesse von Investoren zeigt die hohe Attraktivität des MCB aus Sicht des Marktes“, sagt Geschäftsführer Dr. Jan-Ove Faust. Wie in Investorenprozessen üblich, hätten sich allerdings alle Beteiligten zur Vertraulichkeit verpflichtet. Daher könnten bis zum Abschluss der Verhandlungen keine Details zu den Bietern oder ihren Konzepten mitgeteilt werden.

Saarlouis: Insolvenzplanabstimmung Ende April

„Auf Kurs“ sehen sich die Verantwortlichen auch bei der Restrukturierung der DRK gem. Krankenhausgesellschaft Saarland. Hier hat das Amtsgericht Saarbrücken ebenfalls am 1. Februar das Eigenverwaltungsverfahren eröffnet. Dr. Dennis B. Blank und Michael J. W. Blank sind die Generalhandlungsbevollmächtigten, Sachwalter ist Lukas Eisenhuth. Die Versorgung im Krankenhaus Saarlouis vom DRK sowie im Gästehaus Lebach sei gewährleistet, wird betont.

Ziel des Verfahrens sei die nachhaltige Eigensanierung von Krankenhaus und Gästehaus auf Grundlage eines Insolvenzplans, dem die Gläubiger zustimmen. Der Abstimmungstermin werde voraussichtlich Ende April stattfinden. Im Idealfall könne das Insolvenzgericht das Verfahren im Frühsommer 2026 aufheben.

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In den vergangenen Wochen und Monaten seien mit Geschäftsführer Matthias Adler und seinem Team der Conprimo und Contec sowie Steffen Koller von der Reformwerk Beratungsgesellschaft „zahlreiche Restrukturierungsmaßnahmen identifiziert, geprüft und schrittweise umgesetzt“ worden, teilt das Krankenhaus mit. Die bereits eingeleiteten sowie die noch geplanten Maßnahmen und die zugrunde liegenden Planrechnungen eröffneten den Einrichtungen „eine realistische und tragfähige Zukunftsperspektive“. Die vergangenen Wochen hätten „eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in unserem Krankenhaus und im Gästehaus Lebach steckt“.

Krankenhaus Salem: „Sehr konstruktive Gespräche“

Auch das Krankenhaus Salem in Heidelberg (238 Betten, rund 500 Beschäftigte) ist mit Beginn des Februars planmäßig ins Hauptverfahren eingetreten. In den vergangenen Wochen seien „weiter sehr konstruktive Gespräche mit unseren potenziellen Partnern geführt“ worden, erklärt Geschäftsführerin Dr. Rafaela Korte auf der Webseite. Ziel sei es weiterhin, eine langfristige Perspektive für das Haus zu erarbeiten, so Korte. Alle Angebote und therapeutischen Maßnahmen würden wie gewohnt fortgeführt.

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