
Immer mehr Eingriffe – von Arthroskopien über Leistenbruch-Operationen bis hin zu Karpaltunnel-OPs – lassen sich mittlerweile ambulant durchführen. Die Rems-Murr-Kliniken haben dafür Ambulante Operationszentren (AOP) an den Gesundheitszentren Backnang und Schorndorf eingerichtet. In wenigen Wochen folgt ein weiteres Zentrum am Standort Winnenden.
„Die Zukunft der Medizin wird zunehmend ambulant. Darauf haben wir uns vorausschauend eingestellt“, betont Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Richard Sigel.
Ausbau der Ambulantisierung seit 2025
Der Startschuss fiel bereits im Sommer 2025 im Gesundheitszentrum Backnang. Rund eine halbe Million Euro investierten der Kreis und die Kliniken in die Modernisierung des ambulanten OP-Bereichs des MVZ für Orthopädie und Chirurgie. Seitdem wird dort unter der Leitung von MVZ-Chef Dr. Franco Tarantini operiert.
2026 folgte der nächste Schritt: Im Gesundheitszentrum Schorndorf entstand ein komplett neues AOP-Zentrum mit zwei OP-Sälen auf 340 Quadratmetern – mit endoskopischer Technik ausgestattet.
Für Klinik-Geschäftsführer André Mertel sind die AOP-Zentren eine der tragenden Säulen des Zukunftskonzepts des Klinikverbunds: „Unsere chirurgische Expertise steht jetzt auch ambulant zur Verfügung Wir bringen sie wohnortnah zu den Menschen und sind mit den passenden medizinischen Angeboten am richtigen Ort. Wir operieren bei bestimmten Eingriffen zudem wirtschaftlicher als im stationären Klinik-Umfeld und erweitern damit die OP-Kapazitäten insgesamt.“ Insgesamt zahle sich das auch auf den Konsolidierungskurs der Klinik ein.
Die Ambulantisierung sei kein Schnellprojekt, sondern Ergebnis einer langfristigen Entwicklung. 2021 sei die Rems-Murr-Kliniken MVZ gGmbH gegründet worden, die seit 2023 das MVZ für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Gesundheitszentrum Winnenden. Im Jahr darauf folgte das MVZ für Orthopädie und Chirurgie im Gesundheitszentrum Backnang. Im folgenden ebenfalls im Gesundheitszentrum Backnang das MVZ für Kinder- und Jugendmedizin.
Breites operatives Spektrum
Auch die Chefärzte der Kliniken nutzen nach Angaben der Kliniken die neuen Möglichkeiten. Dr. Christoph Ulmer, Ärztlicher Direktor der Rems-Murr-Klinik Schorndorf, plant ambulante Eingriffe vor allem im Bereich Hernienchirurgie: Leisten-, Nabel- und Narbenbrüche sowie einfache proktologische Eingriffe wie die Hämorrhoidenbehandlung. „Ein AOP-Zentrum ist ideal für alle Operationen, bei denen die Patientinnen und Patienten schnell wieder mobil sind und in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren“, so Ulmer.
Effiziente Prozesse
Ulmer berichtet: „Im AOP-Zentrum können wir mit schlankeren Abläufen arbeiten. Die Patienten kommen über den Empfangstresen, kleiden sich um und bekommen im OP-Saal eine Narkose, die zu Umfang und Dauer des Eingriffs passt.“ Es gibt einen Aufwachraum mit sechs Betten und Überwachsungsmonitoren.
Der Vorteil für die Patienten: Ambulante Eingriffe dauern nach Angaben der Kliniken je nach Art fünf bis 60 Minuten, ein bis zwei Stunden später erfolgt meist bereits die Entlassung. Nachsorge und Überweisungsmanagement würden über Klinikambulanzen und niedergelassene Praxen laufen.








Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen