
Zwei nicht alltägliche Millionen-Spenden haben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einen weiteren, rund drei Millionen Euro teuren OP-Roboter beschert. Finanziert wurde der da Vinci SP (Single Port) je zur Hälfte von dem Drogerieunternehmen Rossmann und der Braukmann-Wittenberg-Herz-Stiftung. Mit zusätzlich 300.000 Euro begleiche Rossmann darüber hinaus ein Jahr lang die Leihgebühr für einen weiteren OP-Roboter, so die MHH.
Den neuen da Vinci SP, den ersten OP-Roboter dieses Typs in Deutschland, wie die MHH betont, nutzen die Operationsteams der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie (HTTG). Das zweite Gerät kommt in der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie (PÄHW) zum Einsatz.
Derzeit nutze die MHH damit insgesamt vier OP-Roboter, heißt es weiter – außer in der HTTG und PÄHW auch in der Viszeralchirurgie, der Gynäkologie und der Urologie. Die aktuellen Großspenden seien von der Stabsstelle Fundraising koordiniert worden, die für die Rossmann-Zuwendungen auch die Abwicklung über die von ihr betreute Förderstiftung MHH plus übernommen habe.
Der neue OP-Roboter in der HTTG-Klinik ermögliche komplexe minimalinvasive Eingriffe durch nur eine Öffnung, erklärt Prof. Arjang Ruhparwar: „Im Unterschied zu anderen robotischen Systemen ist bei diesem Gerät nur ein einziger, etwa drei Zentimeter langer Schnitt zur Durchführung der Operation notwendig“. Über diese eine Öffnung bringen die Chirurgen eine Videokamera und drei robotische Instrumentenarme gleichzeitig ins Innere der Brusthöhle. Erst dort werden die einzelnen Arme voneinander abgespreizt.
„In der Herzchirurgie werden wir das neue System zunächst im Rahmen von Bypass-Operationen bei der Präparation der Brustbeinarterie einsetzen“, so Ruhparwar. Später werde sich das Spektrum sicher noch erweitern. Er rechne damit, dass der da Vinci SP in der Anfangsphase etwa 100-mal pro Jahr in der Herz- und Thoraxchirurgie zum Einsatz kommen werde.
Dankbarer Patient Dirk Roßmann
Dank der zweiten Rossmann-Spende über 300.000 Euro kann die PÄHW zudem ein Jahr lang ein modernes Symani Operationssystem nutzen. „Das Gerät verfügt über eine neue Instrumentengeneration. Sie umfasst nun auch Scheren zur Gewebepräparation“, erläutert Prof. Peter Maria Vogt.
Das neue System decke nicht nur die gesamte Mikrochirurgie der Nerven und Gefäße ab. „Es stellt darüber hinaus die Schlüsseltechnologie für das neue Gebiet der Lymphchirurgie dar“, so Vogt.

Was Rossmann-Gründer Dirk Roßmann zu der Großspende bewegt habe, sei ein persönlicher Grund, erklärt die MHH: Arjang Ruhparwar habe ihn im Januar 2025 in der HTTG-Klinik operiert. Bei einem Eingriff am offenen Herzen bekam der Unternehmer vier Bypässe, und es folgten die weitere Therapie auf der Intensiv- und der Normalstation sowie drei Wochen Reha.
Heute fühle sich der 79-Jährige wieder fit und sei dankbar, dass alles gut gegangen ist. Wie seinem Sohn Raoul gehe es ihm bei der Spende um pragmatische Hilfe, „damit Patienten die Chance auf eine bestmögliche medizinische Versorgung erhalten“.
Stiftung spendete bereits viele Millionen
Die Braukmann-Wittenberg-Herz-Stiftung, die zweite Spenderin, wurde Ende der 80er Jahre von dem Ehepaar Hildegard Braukmann und Albert Wittenberg zur Förderung der Herz-Kreislauf-Forschung an der MHH gegründet. Die beiden leiteten lange das Kosmetik-Unternehmen Hildegard Braukmann, das wie Rossmann in Burgwedel bei Hannover ansässig ist.
In den vergangenen Jahrzehnten spendete die Stiftung bereits viele Millionen Euro für MHH-Projekte rund um die Herzgesundheit. Beispielsweise finanzierte sie mit 13 Millionen Euro den Bau des 2008 eröffneten Hans-Borst-Zentrums für Herz- und Stammzellforschung.







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