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ReformbedarfMagnet-Ansatz soll Versorgung spürbar verbessern

Der Pflegerat legt ein Papier vor, das Potenzial und Realität im Gesundheitswesen aufzeigt – und fordert eine Exzellenzwende, die Qualität messbar macht. Warum diese Strategie jetzt entscheidend sein soll, zeigt ein Blick ins Detail.

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oatawa/stock.adobe.com
Symbolfoto

Während Politik und Einrichtungen weiter über knappe Ressourcen diskutieren, legt der Deutsche Pflegerat (DPR) ein Papier vor, das zeigt, wie viel Qualität im System möglich wäre – wenn die richtigen Strukturen endlich geschaffen würden. In seinem Strategiepapier zur Förderung von Exzellenz in der Versorgung fordert der Verband dementsprechend den systematischen Aufbau bundesweiter Strukturen, um Qualitätsentwicklung dauerhaft und wissenschaftlich fundiert abzusichern.

Kern des Papiers ist die Forderung, eine nationale Qualitätsdaten- und Benchmarking-Infrastruktur für Pflegeexzellenz zu schaffen, die unter öffentlicher Verantwortung steht und auf einem Kerndatensatz Pflege basiert. Die Einrichtung soll pflegesensitive Struktur-, Prozess-  und Ergebnisindikatoren bündeln und so ein konsistentes Qualitätsmonitoring ermöglichen.

Zudem spricht sich der DPR für den Aufbau eines Nationalen Forschungsnetzwerks sowie eines eigenständigen Bundesinstituts für Pflegeentwicklung und Exzellenz aus. Diese Institutionen sollen Indikatorensysteme wissenschaftlich weiterentwickeln, Daten validieren und Forschungserkenntnisse systematisch in die Versorgungspraxis überführen. Ziel sei eine langfristig abgesicherte wissensbasierte Entwicklung von Qualität und Versorgung.

Pflegeexzellenz ist keine Kür, sondern die Basis für Qualität, Versorgungssicherheit und auch Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Orientierung an internationalen Exzellenzmodellen wie Magnet. Der DPR verweist auf Evidenz, wonach Einrichtungen mit magnetorientierten Strukturen bessere Arbeitsbedingungen, eine höhere Patientensicherheit, höhere Arbeitszufriedenheit sowie eine geringere emotionale Erschöpfung und Fluktuationsneigung bei Pflegefachpersonen erreichen.  Die Ergebnisse aus Magnet4Europe zeigten zudem, dass diese Effekte einrichtungsübergreifend wirken und sich auch positiv auf die Ärzteschaft auswirken, insbesondere im Hinblick auf Wohlbefinden, wahrgenommene Patientensicherheit und interprofessionelle Zusammenarbeit.

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Um diese Ansätze zu übertragen, seien klare strukturelle Rahmenbedingungen erforderlich – darunter interoperable Datenstrukturen, wissenschaftliche Anbindung und verbindliche Führungsverantwortung. Der Verband fordert deshalb, das Management in Einrichtungen stärker mit Entscheidungskompetenzen auszustatten und dessen Rolle rechtlich zu verankern. Exzellenz könne nur entstehen, wenn Versorgungs-, Organisations- und Strukturebene verzahnt gesteuert werden. Erst ein bundesweit abgestimmter Rahmen ermögliche eine valide Messbarkeit von Qualität und die nachhaltige Sicherung von Ergebnisstandards.

„Pflegeexzellenz ist keine Kür, sondern die Basis für Qualität, Versorgungssicherheit und auch Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Wer die Versorgung sichern will, muss die Profession Pflege systematisch stärken und strategisch nutzen“.

Das vollständige Strategiepapier ist auf der Website des Deutschen Pflegerats abrufbar.

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