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Klinikverbund Südwest32 Millionen Euro Minus und keine Besserung in Sicht

Der Klinikverbund Südwest verbessert sein Jahresergebnis 2025 deutlich, doch das Defizit bleibt bei rund 32 Millionen Euro hoch. Die Träger, die beiden Landkreise Böblingen und Calw, fordern ein Nothilfeprogramm für Krankenhäuser.

Finanzielle Schieflage
Andrii Yalanskyi/stock.adobe.com
Symbolfoto

Weitaus besser als im Vorjahr, und dennoch weit entfernt von schwarzen Zahlen: Der Klinikverbund Südwest (KVSW) hat seinen Jahresabschluss 2025 vorgelegt – und der zeigt ein zwiespältiges Bild. Das Konzernbetriebsergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich, das Defizit liegt nun bei rund 32 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte der Verlust noch rund 60 Millionen Euro betragen.

Der Verbund habe laut Mitteilung in den vergangenen Jahren ein umfassendes Ergebnisverbesserungsprogramm (EVP) aufgelegt, das nahezu alle Unternehmensbereiche erfasst. Positive Leistungsentwicklung, strukturelle Anpassungen, eine konsequentere Steuerung von Personal- und Sachkosten sowie der deutliche Abbau von Fremdpersonal trugen ebenso zur Verbesserung bei wie eine günstigere Zinsentwicklung und die geringere Inanspruchnahme von Kreditlinien.

Doch die Entlastungen werden nach Angaben des KVSW zu einem erheblichen Teil durch Tarifsteigerungen und allgemein steigende Kosten wieder aufgezehrt.

Aufsichtsratsvorsitzender und Böblinger Landrat Roland Bernhard zur Jahresbilanz: „Die Ergebnisverbesserung zeigt, dass der Klinikverbund konsequent an seiner wirtschaftlichen Stabilisierung arbeitet, dafür gebührt dem Geschäftsführer und der Mitarbeiterschaft ein großes Lob.“ Zugleich macht er klar, dass externe Faktoren die eigenen Anstrengungen zunehmend konterkarieren.

GKV-Gesetz als neuer Belastungsfaktor

Besonders scharf kritisiert Bernhard das jüngst vom Bundestag beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Das Gesetz begrenzt die Vergütungsentwicklung der Krankenhäuser und sorgt dafür, dass tatsächliche Kosten- und Tarifsteigerungen künftig noch weniger vollständig refinanziert werden. Für Baden-Württemberg könnte das dramatische Folgen haben: Prognosen zufolge könnte sich das Defizit der Krankenhäuser im Land bis 2027 um weitere rund 800 Millionen Euro auf insgesamt etwa 1,7 Milliarden Euro erhöhen.

„Dieses Gesetz zwingt zur weiteren Verschärfung des EVP und zur Anpassung der Medizinkonzeption“, so Bernhard. Konkret bedeutet das: Weitere Leistungskonzentrationen seien unausweichlich, wenn das Defizit infolge des Gesetzes wieder steigt.

Kommunale Haushalte unter Druck

Die Folgen treffen nicht nur die Kliniken selbst. Die Träger – die Landkreise Böblingen und Calw – müssen strukturell bedingte Defizite aus ihren Haushalten ausgleichen. Geld, das dann an anderer Stelle fehlt.

Der Calwer Landrat und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Riegger bringt es auf den Punkt: „Das schränkt die kommunale Handlungsfähigkeit zunehmend ein und ist auf Dauer nicht tragbar.“ Beide Landkreise fordern deshalb ein kurzfristiges Krankenhaus-Nothilfeprogramm des Landes Baden-Württemberg.

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Medizinkonzeption 2030 als strategischer Rahmen

Intern setzt der KVSW seinen Transformationskurs fort. Seit rund drei Jahren laufe laut Verbund die Umsetzung der Medizinkonzeption 2030: Medizinische Angebote werden standortübergreifend weiterentwickelt, Doppelstrukturen abgebaut und Leistungen dort gebündelt, wo sie medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich tragfähig erbracht werden können.

KVSW-Geschäftsführer Alexander Schmidtke ordnet die Lage nüchtern ein: „Unser Ergebnisverbesserungsprogramm greift, doch wir sind noch nicht am Ziel. Wer öffentliche Trägerschaft erhalten will, muss unternehmerisch denken und wirtschaftlich handeln – ohne dabei unseren medizinischen Versorgungsauftrag aus dem Blick zu verlieren.“

Kein Grund zur Entwarnung

Für die kommenden Jahre rechnet der Verbund mit weiteren Belastungen durch Tarifentwicklungen, Kostensteigerungen und notwendige Investitionen. Der Sanierungskurs soll deshalb verschärft werden, teilt der KVSW mit.

Die klare Botschaft an Politik und Kostenträger: Ohne eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung droht ein schleichender Strukturwandel, bei dem am Ende nicht die medizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung, sondern die finanzielle Überlebensfähigkeit der Häuser über das Versorgungsangebot entscheidet. 

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