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kma Entscheider BlogNeue Vorsätze braucht das Land

Gerade am Jahresanfang lohnt sowohl der Blick zurück auf das, was war als auch das, was kommen wird. An dieser Stelle rufe ich Sie dazu auf, Ihren Elan und Ihre Motivation zu sammeln, um 2021 die Chance zu geben, dank neuer Routinen, effizienter und erfolgreicher zu werden.

ID-Native GmbH

Tanja Heiß ist Geschäftsführerin der ID-NATIVE GmbH in Goldbach und Co-Gründerin von Hashtag Gesundheit e.V.

Reflektieren, hinterfragen, analysieren und optimieren, ist das A und O erfolgreicher Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung. Aber mal ganz ehrlich: Nach 2020 gilt doch eher das „abhaken-und-2021-neu-starten“-Prinzip. Auch oder vor allem im Gesundheitswesen. Wie das gelingt? Wenn man es sarkastisch formulieren würde, vermutlich so:

Option 1: Im alten Jahr die Budgetplanung fürs neue Jahr machen, die schlussendlich sowieso nicht eingehalten wird, weil Unvorhergesehenes dazwischengrätscht.

Option 2: Sich für viele spannende (digitale) Kongresse und Weiterbildungen anmelden, für die wir wir uns am Ende doch keine Zeit nehmen.

Option 3: Über viele wichtige Projekte sprechen und Erwartungshaltungen schüren, obwohl am Ende nur 30 Prozent umgesetzt werden, weil uns „Wichtigeres“ dazwischen gekommen ist.

The same procedure as every year. Oder etwa lieber nicht? Seien Sie mutig und packen Sie es an!

Einfach mal (anders) machen

Nach diesem komplett anderen Jahr ist ein komplett anderer Start ins neue Jahr also mehr als dringend notwendig. Anstatt auf die Liste mit den guten Vorsätzen nur Sport und gesunde Ernährung zu schreiben, wie wäre es zum Beispiel mit der Einplanung von mehr Zeit für die persönliche Weiterbildung, Coachings oder Bildung neuer Netzwerke?

Mein Rat: Am besten gleich die ganze Vorsatz-Liste in den Papierkorb werfen und stattdessen mal eine Bucket List oder ein Vision Board erstellen. Schreiben Sie die Dinge auf, die Sie in 2021 erreichen und umsetzen möchten. Ergänzt mit Fotos motiviert es viel stärker als eine „du musst“- oder „du darfst nicht“-Liste. Übrigens eine sehr gute Möglichkeit, um gemeinsam im Team das neue Jahr zu starten. Fragen Sie sich: Was wollen wir dieses Jahr gemeinsam erreichen? Dabei geht es nicht nur um die Zahlen, sondern auch um das Miteinander.

Eine Kultur, die uns viel Zeit im Alltag stiehlt, aber häufig für wenige Ergebnisse sorgt, ist unsere Meetingkultur. Die meisten Entscheider verbringen mehr als 80 Prozent des Tages in Meetings, wobei davon mindestens die Hälfte eingespart werden könnte. Häufig gibt es keine klare Agenda und dank viel Smalltalk werden aus 30 Minuten mal schnell 60 Minuten. Oder es sitzen zu viele Teammitglieder in einem Meeting, die lediglich informiert werden müssen.

Auch hier lässt sich der Kalender leicht verschlanken, um effizienter zu werden.

  1. Maximal 60 Prozent des Tages für Meetings nutzen.
  2. Kein Meeting ohne Agenda oder Tagesordnung.
  3. Personen, die lediglich informiert werden müssen, erhalten im Nachgang lediglich ein Protokoll, sind aber im Termin selbst nicht anwesend.

Versuchen Sie das mal konsequent für sechs Wochen aus und Sie werden staunen, wie viel Zeit sie plötzlich für wichtigere Dinge haben. (Übrigens zum Thema Wertschätzung: Beobachten Sie mal, wie viele von uns noch pünktlich zu einem Termin kommen…).

Nicht können, sollen, müssen, sondern werden!

Unsere Gefühle beeinflussen unsere Gedanken. Die Gedanken wiederum beeinflussen unser Verhalten. Und am Ende beeinflusst unser Verhalten wie wir uns fühlen. Dieser Kreislauf ist aus der kognitiven Verhaltenstherapie bekannt. Eine Endlosspirale? Eigentlich nicht, denn Sie haben täglich Chance hieraus auszubrechen, bei der Kommunikation angefangen. Anstatt im Gespräch zu sagen „Dafür müssten wir uns mal Zeit nehmen.“, formulieren Sie zum Beispiel „Das ist mir wichtig. Wir planen einen Termin für ein Gespräch in der nächsten Woche.“ Worte wie „vielleicht“ oder „zeitnah“ sorgen für Unverbindlichkeit. Und am Ende geben sie nicht nur dem Gegenüber das Gefühl, das es nie passieren wird, sondern auch uns selbst.

Neue Vorsätze braucht das Land

Schon mal von der 72-Stunden-Regel gehört? Die besagt, dass die Chance für eine Umsetzung auf unter 1 Prozent sinkt, wenn wir nicht innerhalb von 72 Stunden ins Handeln kommen. Deshalb Schluss mit der deutschen Volkskrankheit „Aufschieberitis“. Und ja, das darf dann auch wirklich auf die Liste der guten Vorsätze für 2021 landen: ins Handeln kommen.

Welche neuen Routinen konkret in die Umsetzung kommen, spielt bei der Veränderung von Routinen dabei gar keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass Sie ins Handeln kommen und damit den Frust-Kreislauf von 2020 überwinden. Und wenn wir eines im Corona-Jahr gelernt haben, dann, dass so manch neue Routine gar nicht so schlimm ist, wie anfangs gedacht. Mehr digital und weniger Papier. Mehr Zeit daheim und weniger auf der Straße. Mehr Miteinander und weniger alleine.

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