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Podcast „Die Paragraphenreiter“Welche neuen Regeln gibt die Prüfverfahrensvereinbarung vor?

In der aktuellen Podcast-Folge steht die neue Prüfverfahrensvereinbarung im Mittelpunkt. Welche Regeln und Fristen gelten beim Rechnungsprüfungsverfahren zwischen Medizinischem Dienst und Kliniken? Frank Sarangi und Vera Keisers haben die Antworten.

Titelbild Podcast Die Paragraphenreiter 4:3
Kanzlei am Ärztehaus

Frank Sarangi und Vera Keisers im Podcast „Die Paragraphenreiter“.

  1. Welches Ziel hat die PrüfV und was wird geprüft?
  2. Was regelt sie konkret?
  3. Welche Sonderregelungen gelten pandemiebedingt?

Seit dem 1.1.2022 gilt die neue Prüfverfahrensvereinbarung. Sie präzisiert die in § 275c SGB V geregelte Prüfung der Krankenhausabrechnung.  Die Vereinbarung soll ein effizientes konsensorientiertes Verfahren regeln und eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem medizinischen Dienst und den Krankenhäusern gewährleisten. Wird dies in der Praxis so auch umgesetzt oder handelt es sich hierbei um reine Theorie? Ein Prüfverfahren kann durch die Krankenkasse wegen der Wirtschaftlichkeit oder wegen Auffälligkeiten eingeleitet werden. Krankenhaus und Krankenkasse können zunächst zu einem Falldialog auffordern. Das Verfahren ist unverbindlich. Durch dieses Verfahren könnte eine Rechnungsprüfung schnell und kostengünstig beendet werden. Die Krankenkasse kann aber auch nach wie vor den Medizinischen Dienst beauftragen, der dann eine Prüfung durchführt. Vorsicht, in dieser neuen Prüfverfahrensvereinbarung gibt es Ausschlussfristen. Dem Krankenhaus bleiben acht Wochen Zeit um den Medizinischen Dienst die angeforderten Unterlagen  zum Zwecke der Prüfung zu übersenden. Eine  Fristverlängerung von drei Wochen ist möglich. Sie muss vom Krankenhaus beantragt werden und kostet 300 Euro. Wird die Frist nicht eingehalten ist von einem Verlust der Forderung auszugehen, da der Ausschluss bis in das Erörterungsverfahren durchschlägt.

Krankenhäuser müssen sich zudem spätestens bis zum 1.6.2022 für eine elektronische Datenbereitstellung registrieren. Eine Übergangsfrist für den definitiven Ausschluss von berechtigten Zahlungsforderungen besteht für solche Behandlungsfälle, die zwischen dem 1.1.2022 bis zum 31.3.2022 stattgefunden haben. Um die Krankenhäuser bei der Bewältigung der Coronakrise zu entlasten, wurde die acht Wochen Frist zur Beibringung von Unterlagen auf zwölf Wochen verlängert. Dies gilt aber nur für solche Krankenhäuser, die tatsächlich auch Corona Patienten behandelt haben.

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