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Podcast „Die Paragraphenreiter“Die Neuerungen im Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Das Telemonitoring von Herzinsuffizienzpatientinnen und -patienten wird mittlerweile finanziert. Frank Sarangi und Christine Carius sprechen darüber, wie das die intersektorale Versorgung verändert und warum Telemedizin frühzeitig einen Mehrwert bieten kann.

Titelbild Podcast Paragraphenreiter 4:3 Carius
Kanzlei am Ärztehaus/Christine Carius

Frank Sarangi und Christine Carius im Podcast "Die Paragraphenreiter".

  1. Wie verändert die Telemonitoring-Möglichkeit der Herzinsuffizienz die intersektorale Versorgung?
  2. Wie läuft das Telemonitoring tatsächlich ab?
  3. Wie kann Telemedizin frühzeitig einen Mehrwert bieten?

Im Dezember 2021 ist das Telemonitoring bei Herzinsuffizienzpatienten im Stadium NYHA II – III mit einer EF < 40 Prozent in die Regelversorgung der GKV aufgenommen worden. Seit Januar 2022 ist die Leistung im EBM abgebildet.

Bisher gab es Telemonitoring bei Herzinsuffizienz nur im Rahmen von Studien, Projekten und Besonderen Versorgungsverträgen. Mit Aufnahme des Telemonitoring in den EBM verändert sich für Patientinnen und Patienten vor allen Dingen, dass die Telemonitoring-Leistung finanziert wird, unabhängig von der Krankenkasse und dem Wohnort des der Patientinnen und Patienten.

Durch die vorgegebene Struktur der gemeinsamen Versorgung durch primär behandelnden Ärztinnen und Ärzte (im G-BA: PBA) und Telemedizinzentren (TMZ) ergeben sich für PBA und TMZ zahlreiche Neuerungen.

Das Geschäftsmodell ist vor allen Dingen für TMZ-Unternehmen und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) Interessant. Beide können ausreichend große Patientenzahlen erzielen, so dass eine wirtschaftliche Leistungserbringung möglich wird. Zudem können Kliniken vom Geschäftsmodell profitieren. Die Telemedizinstrukturen können eine verbesserte PatientInnenreise in das und aus dem Krankenhaus ermöglichen.

Wie läuft das Telemonitoring ab? Die PBA identifiziert Patientinnen und Patienten, die vom Telemonitoring profitieren können und initiiert die Ausrüstung der Patientinnen und Patienten mit Telemedizingeräten durch das TMZ. Das TMZ weist die PatientInnen in die Gerätenutzung ein und erhält dann kontinuierlich Daten. Aufgrund der Daten kann im TMZ frühzeitig eine Verschlechterung des Gesundheitszustands festgestellt werden. Bei Bedarf wird die PBA informiert, so dass sie z. B. durch Anpassung der Medikation auf die Veränderung reagieren kann.

Aktuell wird Telemedizin überwiegend bei chronischen Erkrankungen eingesetzt. Wenn wir weg vom Krankheitssystem hin zum Gesundheitssystem wollen, muss auch Telemedizin eine Gesunderhaltung und Gesundwerdung unterstützen.

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