
Es ist ein zweischneidiges Fazit, das Franz Huber für das Geschäftsjahr 2025 zog: beeindruckende Leistung, wenig zufriedenstellendes wirtschaftliches Ergebnis. Trotz steigender Patientenzahlen und erfolgreicher Personalentwicklung steht für die kommunale Oberschwabenklinik (OSK) wieder ein Fehlbetrag von 23,192 Millionen Euro in den Büchern.
Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr habe sich das Ergebnis leicht um rund 77.000 Euro verbessert, erklärte der OSK-Geschäftsführer. Nur könne dieses Ergebnis „niemanden zufriedenstellen“, so Huber. Im Gegensatz zur medizinischen Leistung, die mit rund 3300 Beschäftigten erbracht wurde: 174.900 versorgte Patienten bedeuteten ein Plus von 8394 gegenüber dem Vorjahr.
Stationär behandelte die OSK inklusive der geriatrischen Rehabilitation demnach 37.660 Patienten (plus 369), ambulant wurden 103.956 Menschen versorgt (plus 3000). Die MVZ in Ravensburg, Wangen, Bad Waldsee und Isny zählten 33.297 Fälle (plus 5000). Zudem gehören, wie berichtet, seit Anfang 2026 auch die MVZ in Friedrichshafen und Tettnang zur OSK.
Huber hadert insbesondere mit dem Finanzierungssystem. Das bilde die erbrachte Leistung nicht ab, kritisiert er, was sich insbesondere in den Zentralen Notaufnahmen zeige. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sei die Zahl der Notfälle um rund 44 Prozent gestiegen, so Huber, doch die „unverzichtbare Vorhaltung wird nicht kostendeckend finanziert“. Dabei führten Veränderungen der Krankenhauslandschaft in der Region, etwa die Schließung der Krankenhäuser in Tettnang und Lindenberg, dazu, dass die OSK immer mehr Notfall-Patienten versorge.
Das kürzlich beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verschärfe die wirtschaftliche Lage, kritisiert Huber: „Das Gesetz löst kein Finanzierungsproblem, sondern verschiebt in unserem Fall die Lasten von den Krankenkassen auf die Kommunen.“ Für die OSK ergäben sich Mehrbelastungen von mindestens zehn Millionen Euro jährlich – was den wirtschaftlichen Handlungsspielraum im nächsten Jahr „weiter drastisch“ einschränke. Dagegen könne eine „konsequent mit Blick auf die gesamte Versorgungsregion zwischen Bodensee und Ulm“ erfolgende Vergabe der Leistungsgruppen „langfristig auch zu einer wirtschaftlichen Entlastung der OSK beitragen“, so Huber.
Leiharbeit konsequent abgebaut
Ein wesentlicher Grund dafür, dass sich das Defizit im vergangenen Jahr nicht weiter verschlechtert habe, sei der konsequente Abbau von Leiharbeit gewesen, betonen die Verantwortlichen. So seien die Ausgaben für Leihkräfte um 4,7 Millionen Euro reduziert worden. Dazu habe die Entwicklung in der Pflege maßgeblich beigetragen: Im Jahresdurchschnitt beschäftigte die OSK in diesem Bereich demnach 678 Vollzeitkräfte – 69 mehr als im Vorjahr.






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