Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

Letter of IntentKlinikum Darmstadt baut Innovationscluster auf

Gesundheitsforschung, Innovation und Klinikpraxis enger verzahnen – das soll ein neues Health Care Innovation Cluster in der Rhein-Main-Region leisten. Ein Team am Klinikum Darmstadt um Dr. Jörg Noetzel koordiniert den Aufbau.

Gründung Health Care Innovation Cluster
Patrick Bal/TU Darmstadt
Ein Letter für ein Cluster: Vertreter der beteiligten Darmstädter Institutionen nach der Unterzeichnung.

Innovationen sollen nicht neben der Versorgung entstehen, sondern aus der Versorgung heraus – so wünscht sich Dr. Jörg Noetzel das. Mit dem künftigen Health Care Innovation Cluster werde dafür eine Struktur geschaffen, sagt der medizinische Geschäftsführer des Klinikums Darmstadt. Und sein Haus wolle „zum aktiven Entwicklungspartner für Wissenschaft und Industrie werden“.

Das klare Ziel: Medizinischer Fortschritt soll schneller die Patienten erreichen, und für die medizinischen Fachkräfte sollen innovative Arbeitsabläufe umgesetzt werden. Damit Noetzels Wunsch wahr wird, wurde in Darmstadt jüngst ein Letter of Intent für den Aufbau des besagten Health Care Innovation Clusters unterzeichnet.

Mit dem Cluster entsteht ein klinisches Reallabor für das ‚Krankenhaus der Zukunft‘.

Daran sind neben dem Klinikum die Technische Universität Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, hessian.AI, die HEAG Holding sowie das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck beteiligt. Gemeinsam wollen sie die Rhein-Main-Region „als führenden Standort für angewandte Gesundheitsforschung, medizinische Innovationen und Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen etablieren“, heißt es in einer Mitteilung.

In direkter Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus sollen künftig innovative Medizinprodukte, digitale Gesundheitslösungen und KI-basierte Verfahren entwickelt, wissenschaftlich evaluiert und im Versorgungsalltag erprobt werden. „Mit dem Innovationscluster entsteht in Darmstadt ein klinisches Reallabor für das ‚Krankenhaus der Zukunft‘ – häufig als Krankenhaus 4.0 oder 5.0 beschrieben“, sagt Prof. Rainer Kollmar, Sprecher der Direktoren am Klinikum Darmstadt – so würden Digitalisierung, Automatisierung, datengetriebene Medizin und patientenzentrierte Versorgung systematisch zusammengeführt.

Mehr zum Thema:

„Mit diesem Cluster ergänzt die TU Darmstadt ihr Innovationsportfolio um den Zukunftsbaustein Health Care“, erklärt Prof. Thomas Walther, Vizepräsident für Innovation und Internationales der TU Darmstadt. Über das Cluster könne die Forschungs- und Start-up-Gemeinschaft neue Wirkungsfelder erschließen, leichteren Zugang zu medizinischen Problemstellungen gewinnen sowie die Entwicklungen schneller in die Anwendung bringen, so Walther.

Grundsätzlich verstehe sich das Cluster als Motor für Innovation, Start-ups und Ausgründungen, heißt es in einer Mitteilung des Klinikums. Junge Unternehmen und technologieorientierte Gründungsteams erhielten Zugang zu klinischer Expertise, Dateninfrastrukturen, Studienplattformen und industriellen Partnern. Perspektivisch solle die aus Darmstadt initiierte Kooperation regional ausgedehnt werden.

Organisatorisch im Klinikum verankert

Die Rhein-Main-Region mit weiteren Hochschulen und potenziellen Partnern biete dafür viele Entwicklungsmöglichkeiten, wird betont. Durch die Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt und die geplante Einbindung weiterer Hochschulen entstehe ein regional vernetztes, medizinisches Innovationsökosystem, das Forschung, Lehre und klinische Anwendung verbinde.

Federführend koordiniert wird der Aufbau des Clusters der Mitteilung zufolge durch die Abteilung für Gesundheitstechnologien, klinische Studien, KI und Transfer des Klinikums Darmstadt unter Leitung von Jörg Noetzel. Zu den Aufgaben zählen demnach künftig auch die organisatorische Steuerung und institutionelle Anbindung des Clusters. Künftig soll das Cluster organisatorisch im Klinikum verankert sein. Die fachlich-wissenschaftliche Leitung liegt bei Rainer Kollmar als Clustersprecher sowie Prof. Michael Wild als seinem Stellvertreter.

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen