Das Gesundheitssicherstellungsgesetz soll im Sommer kommen. Bundeswehr, Kliniken und DRK proben mit Übungen wie der „Medic Quadriga“ den Ernstfall. Doch die Finanzierung der Vorsorge bleibt offen. Wie krisenfest ist die deutsche Gesundheitsversorgung?
Prof. Jürgen Graf von der Uniklinik Frankfurt und Dr. Johannes Backus von der Bundeswehr sprechen über Krisenmedizin und die Rolle der Zusammenarbeit zwischen Universitätskliniken und Bundeswehr.
Um für Krisen gewappnet zu sein und die Versorgung auch in Extremsituationen sicherzustellen, schaffen die BG Kliniken eine zentrale Stabsstelle für Resilienz und Krisenmanagement. Damit stärken sie ihre Widerstandskraft und erfüllen wichtige regulatorische Vorgaben.
Das Universitätsklinikum Halle hat ein Resilienzkonzept erarbeitet, das zeigt, warum systematische Artikelbestimmung vor der Bevorratung kommen muss. Zudem beleuchtet es die Bedeutung einer zentralen Daten- und Steuerungsplattform für Kliniken.
Krankenhäuser stärken ihre IT‑Sicherheit, kommen bei der Umsetzung der EU‑Richtlinie NIS-2 nur langsam voran. Eine Umfrage zeigt: Es mangelt weniger an Maßnahmen als an strategischer Verankerung und regelmäßig getesteten Notfallkonzepten.
Ransomware, ausgefallene Telefonanlage, Presse im Foyer: Das Fraunhofer SIT konfrontiert Krankenhäuser in Planspielen mit realistischen Cyberangriffen. Das Training ist nicht nur Kür, denn das NIS-2-Umsetzungsgesetz macht Krisensimulationen zur Pflicht.
Wie lässt es sich auf medizinische Notlagen vorbereiten, die ohne Vorankündigung plötzlich eintreten? Daran soll am neuen Zentrum für Krisenresilienz und Katastrophenmedizin in Halle geforscht werden.
Wie können sich Kliniken gegen Cyberangriffe, Stromausfälle oder Massenanfälle von Verletzten rüsten? kma sprach mit Werner Frenz, warum moderner Kritis-Schutz oft am Investitionsstau scheitert und was wir von Skandinavien lernen können.
Luftdichte Anzüge, Unterdruck und Polizei-Eskorte für Müll: Wie sich Schwabings Spezialstation der München Klinik auf oft tödliche Viren wie Ebola vorbereitet – und warum sie trotzdem lieber ungenutzt bleiben soll.
Der neue Gesundheitscampus in Köln wird konkreter: Vorgesehen sind Modernisierungen, zwei Neubauten und die Bündelung zentraler Versorgungsbereiche. Auch das unterirdische Krisenzentrum wurde mitgedacht – dessen Finanzierung ist jedoch offen.
In Berlin berieten ein Netzwerk aus Industrie, Bundeswehr und Hilfsorganisationen darüber, wie Medizintechnik die nationale Gesundheitsresilienz stärken kann. Zudem verabschiedete die Arbeitsgruppe ein Whitepaper mit Empfehlungen zum Gesundheitssicherstellungsgesetz.
Nach der Kritis-Fachtagung am 5. März in Berlin und der Bundeswehr-Übung Quadriga rückt das neue Kritis-Dachgesetz in den Fokus. Der Bundesrat hat diesem nun zugestimmt. Das ist gut, denn es herrscht großer Handlungsbedarf.
Die Bundeswehr trainiert einige Tage die Versorgung Verwundeter im Bündnisfall. Auch zivile Partner aus Berlin beteiligen sich bei der Übung „Medic Quadriga“. Eine der bisher größten Übungen für den Kriegsfall.
Sachsen-Anhalt braucht mehr Laborkapazität für Diagnostik und Analysen – vor allem für Krisenfälle. In Halle wird dafür nun ein eigenes Zentrum auf dem Gelände der Unimedzin gebaut. Es ist das erste und einzige in dem Bundesland.
Deutschlands Gesundheitssystem soll für den Katastrophen- und Verteidigungsfall gerüstet werden. Im Sommer will Ministerin Nina Warken dazu einen Gesetzesentwurf vorlegen, der Zuständigkeiten, Datenlage und Kapazitäten klar regeln soll.