Julia Disselborg kam nach Jülich, um eine Kollegin für wenige Wochen im Mutterschutz zu vertreten. Dann musste sie zwei Häuser in die Insolvenz führen, Mitarbeiter entlassen und eine Klinik schließen. Jetzt steckt sie mitten im Neustart – und erzählt über das Erlebte.
Mit der Rotkreuzklinik Lindenberg stellt das nächste Krankenhaus einen Antrag auf Schutzschirmverfahren. Begleitet wird der Prozess von der Kanzlei Eckert. Die Insolvenzrechtler unterstützten bereits die Imland Kliniken und das Krankenhaus Spremberg.
Kleine Krankenhäuser haben es wirtschaftlich extrem schwer, zu überleben. Niedersachsen setzt für solche Häuser auf Regionale Gesundheitszentren. Vorreiter ist eine Klinik in Ankum, andere Häuser sollen folgen – es gibt aber auch deutliche Kritik.
Das Diako Krankenhaus in Flensburg hat einen entscheidenden Schritt geschafft: Das Insolvenzverfahren wurde erfolgreich abgeschlossen und die Trägerschaft geht wieder an die Ev.-Luth. Diakonissenanstalt über. Was das für die Klinik bedeutet.
Die Kplus Gruppe aus Solingen hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. Davon betroffen sind auch die drei Krankenhäuser in Solingen, Hilden und Haan. Ein Standort davon soll spätestens Anfang 2024 aufgegeben werden.
Würde sich Patientenversorgung zukünftig auf Kliniken mit hohen medizinischen Qualitätsstandards konzentrieren, könnten viele Todesfälle vermieden werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Potenzialanalyse der Regierungskommission zur Krankenhausreform.
Aufatmen in Jülich: Die Stadt hat endgültig die Trägerschaft für die verschmolzenen Nord-Kreis Kliniken übernommen. Der Insolvenzplan ist rechtskräftig und der Betrieb kann fortgeführt werden – zukünftig unter dem Namen Krankenhaus Jülich.
Der neue „Krankenhaus Rating Report“ zeigt, elf Prozent der Krankenhäuser lagen 2021 im roten Bereich. Im Jahr 2030 könnten es fast 50 Prozent sein, die der Insolvenzgefahr ins Auge sehen. Was nun nötig ist, haben die Autoren um Prof. Boris Augurzky veranschaulicht.
Die Gläubiger der finanziell angeschlagenen Imland Kliniken haben einstimmig dem Insolvenzplan zugestimmt. Damit gehen die beiden Klinikstandorte in Rendsburg und Eckernförde endgültig an die Schön Klinik Gruppe.
Vielen Krankenhäusern drohen ohne zusätzliche Gelder aktuell erhebliche Liquiditätsprobleme. Ein Schutzschirmverfahren erlaubt jedoch eine geregelte Sanierung, bevor es zur Zahlungsunfähigkeit des Hauses kommt. Fachanwalt Lars Knipper erklärt, wie das funktioniert.
Dem Klinikum Bad Bramstedt geht das Geld aus. Noch vor der Zahlungsunfähigkeit hat die Gesellschafterversammlung daher ein Schutzschirmverfahren beantragt. Jetzt muss sich einiges ändern.
Ein von der DKG beauftragtes Gutachten der Ruhr-Universität Bochum bestätigt den dringenden Handlungsbedarf des Staates bei der Krankenhausfinanzierung. Die bestehende Systematik könne nicht adäquat auf die derzeitigen Krisen reagieren.
60 000 bis 70 000 Euro pro Stunde verlieren die Krankenhäuser in Niedersachsen und Baden-Württemberg. Abzulesen auf den „Defizit-Uhren“, die die Krankenhausgesellschaften ins Netz gestellt haben. Für viele Kliniken könnte die Reform zu spät kommen.
Das Klinikum Wilhelmshaven steht momentan doppelt unter Druck. Nicht nur, dass dem Haus die Insolvenz droht – es wird auch wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt. Jetzt hat die Geschäftsführerin Stellung bezogen.
Nach der Zusammenlegung folgt das Zusammenwachsen: Die Gläubigerversammlung hat dem Insolvenzplan der Katholischen Nordkreis-Kliniken zugestimmt. Am neuen gemeinsamen Standort in Jülich steigen bereits die Belegzahlen.