Ein zentraler Pfeiler der Krankenhausreform ist die Vorhaltefinanzierung. Im Gespräch mit kma schildert Prof. Heinz Lohmann, warum das Konzept ein fataler Rückfall zum alten Kostendeckungsprinzip ist und warum weiterentwickelte DRGs sinnvoller wären.
Kinderärzte-Präsident Dr. Thomas Fischbach hat eine Sondergebühr für Eltern vorgeschlagen, die ohne akuten Bedarf mit ihren Kindern den Notdienst aufsuchen. Sowohl DKG als auch das Bundesgesundheitsministerium zeigten sich wenig begeistert.
Weniger, aber besser – laut aktuellen Eckpunkten das Ziel der Krankenhausreform. Besonders für kleinere Krankenhäuser wird es eng, wenn diese Richtung beibehalten wird. Hessen ist besorgt um seine Kliniklandschaft.
Ab 2024 steigt die Anzahl an Frühchen, die pro Jahr in einem Klinikum behandelt werden müssen, um eine Frühchenstation zu erhalten, von 20 auf 25. Eine Vorgabe, die sogar in großen Versorgungszentren wie Cottbus und Potsdam Kopfschütteln auslöst.
Nichts anderes als eine „Revolution“ sollte die geplante Krankenhausreform sein, hatte Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach versprochen. Herausgekommen ist nun eine Einigung, die viele Kliniken nicht retten wird.
Nach dem Eckpunktepapier werden nun die Details zur Krankenhausreform abgestimmt. Der Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen mahnt zur Sorgfalt und weist auf klare und eindeutige Regelungen hin.
Das Land Niedersachsen will seinen Krankenhäusern mit Millionen Euro helfen. Ein Teil des Geldes ist für dieses Jahr vorgesehen, eine hohe Summe für die Folgejahre. Gesundheitsminister Philippi erntet jedoch auch Kritik.
Berlin unterstützt seinen eigenen Krankenhauskonzern Vivantes jährlich mit Millionen. Ein Bündnis aus 30 Kliniken wirft dem Land jetzt vor, die Wettbewerbssituation dadurch massiv zu verzerren. Sollte sich das nicht ändern, wollen die Häuser klagen.
Mehr Personal, mehr Digitalisierung, weniger alte Strukturen – mit dem „Pakt für den ÖGD“unterstützt der Bund den Öffentlichen Gesundheitsdienst bis 2026 mit finanziellen Mitteln. In Brandenburg folgt darauf nun eine Digitalisierungsstrategie mit sieben Bereichen.
Minister Lauterbach möchte transparenter über die Qualität von Kliniken informieren – und das verständlich für jedermann. Der bestehenden Website des Deutschen Krankenhaus Verzeichnisses wurde jetzt allerdings die Förderung gestrichen. Zwischen Status quo und neuen Wegen.
Im Bundesgesundheitsministerium herrscht ein Treiben wie in einem Bienenstock. Eifrig und emsig wird an der Zukunft des Gesundheitswesens gearbeitet, und allerhand neue Gesetze werden produziert. Aber sind die auch zielführend?
Jetzt ist es amtlich, dass Lauterbachs Revolution ausbleibt. Als langjähriger Gesundheitsexperte wusste er um die Komplexität der Materie und hätte mit dem Widerstand der Länder rechnen müssen. Ein Kommentar zur Krankenhausreform von Philipp Köbe.
Um die Zeit bis zur Umsetzung der Krankenhausreform überstehen zu können, wird dringend finanzielle Unterstützung vom Bund gefordert. Minister Markus Söder nannte die Ampel-Pläne auf Twitter „Zwei-Klassen-Medizin“.
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will den Eckpunkten zur Krankenhausreform zustimmen, wenn alle offenen Fragen geklärt sind. Für ihn unklar sind beispielsweise die Auswirkungen auf die ländlichen Gebiete.
Bei der Einigung auf Eckpunkte zur Krankenhausreform hat sich Schleswig-Holstein enthalten. Für Gesundheitsministerin von der Decken seien Fragen offen geblieben. FDP-Gesundheitspolitiker Heiner Garg sprach von einer „krassen Fehlentscheidung“.