Düstere Aussichten für den Klinikverbund Südwest: Nachdem die kommunalen Gesellschafter 2022 das Minus von 53 Millionen Euro noch ausgeglichen haben, soll der Verlust 2023 auf ganze 66 Millionen Euro steigen. Dabei sollte bis 2030 eine schwarze Null her.
2022 verfehlten die Johanniter das Planergebnis deutlich. Für 2023 wird wieder mit einem Gewinn gerechnet – die Entwicklung der ersten Monate 2023 verlief allerdings schlechter als erwartet.
Dank Ausgleichszahlungen – unter anderem wegen Corona – lag der Ertrag nach Steuern der Gesundheit Nord 2022 deutlich über Plan. Für 2023 droht jedoch eine tiefrote Bilanz. Der Bremer Klinikverbund ist auf weitere Hilfe angewiesen.
Für die Kliniken des Bezirks Oberbayern lief es erneut besser als erwartet: Statt der anvisierten 0,2 Millionen erwirtschafteten die Kbo 2022 ein Jahresergebnis von 3,5 Millionen Euro. Unser Analyst Hartmut Schmidt blickt auch auf 2023.
Der Umsatz der BBT-Gruppe kletterte 2021 auf 1133 Millionen Euro. Eine Ertragsprognose fürs Folgejahr blieb erstmals aus. Unser Analyst Hartmut Schmidt geht für 2022 von einem deutlich negativen Ergebnis aus.
Der Vivantes-Konzern machte 2022 trotz Umsatz über Plan 72 Millionen Euro Verluste. Das Land Berlin musste erneut finanziell aushelfen und wird dies weiter tun: Bis 2026 sind fast 700 Millionen Euro Steuermittel vorgesehen.
Die Restrukturierung der Gesundheit Nordhessen zeigt Wirkung: 2021 verlief besser als erwartet. Für 2022 ist ein positives EBITDA geplant, ab 2027 nach Investitionen in ein High Care-Zentrum und eine neue Apotheke ein nachhaltig positives EAT.
Die Johannesstift Diakonie übertrifft ihren Plan für 2022 – mit einem Umsatz von fast 740 Millionen Euro. 2023 soll schwächer werden – möglicherweise. Denn der Konzern ist bilanziell gut aufgestellt, hat Potenzial und plant seit jeher konservativ.
800 Betten und 1500 Stellen sollten seit 2015 abgebaut, der Sachaufwand reduziert und 632 Millionen Euro investiert werden. Jetzt droht der München Klinik ein erneutes Defizit. Parallel springt die Stadt München ein.
Für die Nummer eins im deutschen Reha-Markt verlief 2021 coronabedingt schlechter als geplant. Dennoch wird Median in der Bilanz für 2022 zu einem neuen Umsatzmilliardär im Bereich Kliniken aufsteigen. Von weiterem Wachstum ist auszugehen.
Die Nummer zwei im deutschen Klinikmarkt konnte auch 2022 zulegen. Um 3,4 Prozent stieg der Umsatz von Asklepios. Den Großteil davon erwirtschafteten die Asklepios Kliniken Hamburg, MediClin und Rhön-Klinikum. Strukturelle Änderungen sind unausweichlich.
Die Stadt Mannheim ächzt seit Jahren unter dem Millionen-Defizit des Uniklinikums. Wie sieht es finanziell an anderen Häusern aus? Ein Blick auf die Unikliniken in Berlin, Gießen und Marburg sowie Schleswig-Holstein.
Beim Klinikverbund Südwest wird die Verlustphase anhalten. Auf 43,3 Millionen Euro haben sich die Schulden bis 2021 bei der Bank angehäuft. Wieder werden Steuerzahler einspringen müssen. Für sie bleibt nur zu hoffen, dass sich das milliardenschwere Investitionsprogramm rentieren wird.
In Münster wollen die Marienhaus-Gruppe und die St. Franziskus-Stiftung fusionieren. Dadurch wird ein führender freigemeinnütziger Gesundheitsanbieter entstehen. Der gemeinsame Jahresumsatz beträgt rund zwei Milliarden Euro.
Seit Jahren verschlingt die Gesundheit Nord Steuergelder im Millionenbereich. Das war auch 2021 der Fall und wird in den nächsten Jahren so bleiben, bis hoffentlich das Restrukturierungsprogramm greift, das derzeit läuft.