Im ersten Integrierten Notfallzentrum Deutschlands probt das Marienkrankenhaus in Hamburg die Zukunft. Nach einem Jahr hat sich die intersektorale Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Tresen bewährt – und die Notaufnahme deutlich entlastet. Doch noch läuft nicht alles reibungslos zwischen den Sektoren.
16 Millionen Euro einsparen, Betten reduzieren, Leistungen auf drei Standorte konzentrieren – die Kliniken des Landkreises Lörrach stehen vor einschneidenden Veränderungen. Geschäftsführer Udo Lavendel hat jetzt das Okay des Aufsichtsrates, und er macht ein Versprechen.
Das neue Zukunftskonzept des Westpfalz-Klinikums hat es in sich. Zur Liquiditätsdeckung werden rund 60 Millionen Euro benötigt. Gleichzeitig steuert das Klinikum mit Einsparungen im Personalbereich gegen die finanzielle Schieflage.
Im Bundesgesundheitsministerium herrscht ein Treiben wie in einem Bienenstock. Eifrig und emsig wird an der Zukunft des Gesundheitswesens gearbeitet, und allerhand neue Gesetze werden produziert. Aber sind die auch zielführend?
Mehr als die Hälfte der 600 größten Krankenhäuser in Deutschland schreibt rote Zahlen. Das zeigt eine Roland-Berger-Umfrage. Eine Gruppe hat es demnach besonders schwer. Derweil zeichnet sich in Baden-Württemberg ein neues Hilfspaket ab.
Julia Disselborg kam nach Jülich, um eine Kollegin für wenige Wochen im Mutterschutz zu vertreten. Dann musste sie zwei Häuser in die Insolvenz führen, Mitarbeiter entlassen und eine Klinik schließen. Jetzt steckt sie mitten im Neustart – und erzählt über das Erlebte.
Erreicht die höchste Stufe in der Notfallversorgung und wurde fast auf die Minute fertig: Das neue Notfall- und Intensivzentrum des Klinikums Hochsauerland. Menschen aus Ballungsräumen und dem ländlichen Raum sollen darin gleichermaßen Zugang finden.
Sie heißen Cubes, sind würfelartige, mobile Einheiten, und sie sollen Ärzte zu den Menschen bringen – ohne dass Mediziner vor Ort sind. Helios hat ein Konzept gegen Ärztemangel auf dem Land, dem jetzt nur noch die Finanzierung fehlt. Der Klinikriese sieht großes Potenzial.
Einen Silberstreifen am Horizont hätte der Sanierungsexperte seinen Klienten gewünscht. Herausgekommen ist beim Eckpunktepapier leider nur gut gemachte PR, die den Kliniken nichts bringt. Zu viele Fragen sind offen. Ein Kommentar von Christian Eckert.
Jetzt ist es amtlich, dass Lauterbachs Revolution ausbleibt. Als langjähriger Gesundheitsexperte wusste er um die Komplexität der Materie und hätte mit dem Widerstand der Länder rechnen müssen. Ein Kommentar zur Krankenhausreform von Philipp Köbe.
Um die Zeit bis zur Umsetzung der Krankenhausreform überstehen zu können, wird dringend finanzielle Unterstützung vom Bund gefordert. Minister Markus Söder nannte die Ampel-Pläne auf Twitter „Zwei-Klassen-Medizin“.
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will den Eckpunkten zur Krankenhausreform zustimmen, wenn alle offenen Fragen geklärt sind. Für ihn unklar sind beispielsweise die Auswirkungen auf die ländlichen Gebiete.
Bei der Einigung auf Eckpunkte zur Krankenhausreform hat sich Schleswig-Holstein enthalten. Für Gesundheitsministerin von der Decken seien Fragen offen geblieben. FDP-Gesundheitspolitiker Heiner Garg sprach von einer „krassen Fehlentscheidung“.
Krankenhausreform in Sicht: Nach langwierigen Verhandlungen haben sich Bund und Länder auf ein Eckpunktepapier verständigt. 14 der 16 Länder stimmten zu. Geplant ist zudem ein Transparenzgesetz zur Behandlungsqualität in den Kliniken.
Nach den fruchtlosen Besprechungen der letzten Woche tagen Bund und Länder heute erneut zur Krankenhausreform. Zusammen mit den Koalitionsfraktionen gilt es, sich zügig auf Eckpunkte zu einigen, wenn das Gesetz zum Jahreswechsel in Kraft treten soll.